Pflanzenheilkunde

Das Heilen mit Pflanzen, die Pflanzenheilkunde ist eine der ältesten Methoden uns beim Gesunden zu unterstützen.

Für mich ist das Heilen mit Pflanzen in den unterschiedlichsten Formen, wie z.B. als Tee, Tinktur, Salben, Wickelzusätzen, Räucherwerk…, eine meiner wichtigsten Grundlagen. Sicher sind bei bestimmten Erkrankungen andere Behandlungsmethoden der Komplementär- oder Schulmedizin nötig. Aber immer lassen sich diese Methoden mit der Pflanzenheilkunde unterstützen. Pflanzen wirken auf unseren Körper, auf unsere Seele und unseren Geist. Sie können uns auf vielen Ebenen stärken. Ich habe im Laufe meines Lebens und im intensiven Umgang mit der Kräuterwelt sehr viel von ihnen gelernt. Nicht nur weil ich viele Male erleben durfte wie sie körperliche Beschwerden heilten, sondern auch wie tief sie unsere Seele berühren können. Sie haben die Fähigkeit uns auszugleichen und in den Fluss zu bringen. Und das ist ja schon mal die halbe Miete zum Gesund werden.

Dabei möchte ich klarstellen, wenn ich von der Pflanzenheilkunde spreche, meine ich die Pflanze in ihrer Gesamtheit, in ihrem Pflanzenverbund und nicht nur isolierte Wirkstoffe in Kapseln etc. Eine Pflanze ist so viel mehr als ihre wissenschaftlich erforschten Inhaltsstoffe. Das will ich nicht herabsetzen, nur ist es in diesem Blogbeitrag nicht mein Thema.

Um die verschiedenen Ebenen der Heilkraft der Pflanzen zu verdeutlichen, nehme ich das Erklärungsmodell der Fa. Ceres zu Hilfe (Quelle: Wesen und Signatur der Heilpflanzen, Roger Kalbermatten, Fortbildung Ceres Heilmittel AG, Referent: Matthias Plath).

Die drei Ebenen einer Pflanze

  1. Materie (Wirkstoff)

Wir können die Pflanze berühren, anfassen, taktil wahrnehmen. Die Inhaltsstoffe erforschen und anwenden. Nahrung und Arznei herstellen.

  • 2. Form (Information)

Sie ist visuell erkennbar, ist aber selbst keine Materie. Nur der Träger ist materiell. Wenn wir ein Buch lesen entnehmen wir die Informationen mit Hilfe der aufgedruckten Buchstaben im Buch. Das Buch ist die Materie. Würden wir es vor und nach dem Lesen wiegen, es gäbe keinen Unterschied und trotzdem haben wir die Information aufgenommen.

  • 3. Leben (Lebenskraft)

Lebensenergie, Vitalität und Wesen. Sie verbindet die Materie und die Form und ist der Seelenanteil. Ohne sie kein Leben. Eine Pflanze kann man zwar zerteilen, katalogisieren, erforschen, aber es ist nicht möglich sie wieder zusammenzufügen. Ein Buch, das in der Ecke liegt, nie gelesen wird, ist nichts anderes als tote Materie und die darin enthaltenen Informationen nutzlos.

Ich will versuchen das Ganze noch etwas verständlicher zu beschreiben. Stellt Euch vor, ihr wollt ein Haus bauen. Was benötigt Ihr? Als erstes sicher einen Plan. Wie soll das Haus aussehen, wo die Rohre verlaufen, welche Baustoffe werden verwendet…? Ihr braucht also Informationen! Dann benötigt ihr das Material – die Materie. Aber das Leben, die Seele des Hauses, das sind die Bewohner. Ohne sie wird das Haus wieder verfallen und nur ein Haufen Baustoff bleibt übrig.

Vielleicht kann man mit diesem Beispiel besser erkennen, dass die Heilkraft einer Pflanze nicht nur auf ihrer Materie, sprich ihren Wirkstoffen basiert, sondern auf dem Zusammenspiel der drei Wirkprinzipien.

Mit Hilfe der großen Seelenpflanze Lavendel will ich dies nochmal verdeutlichen. Schon ihr botanischer Name Lavandula angustifolia weißt auf ihre Seelenbedeutung hin. Das lateinische „lavare“ bedeutet „waschen“. Hier geht es nicht um eine körperliche Waschung, sondern um eine seelische Reinigung. Der Duft des Lavendels wirkt beruhigend, klärend, regenerierend und verhilft zu einem erholsamen Schlaf. Wer an einem warmen Tag an einem Lavendelfeld vorbeikommt wird die warme und doch klärende Energie spüren.

Die blauvioletten Blüten erfreuen unser Auge. Eng stehen sie an einem Stängel gedrängt beieinander und trotzdem luftig getrennt. Liebevolles, fast mütterliches Miteinander, gepaart mit Klarheit und Freiheit. In meinem Garten beobachte ich häufig fasziniert das lebhafte Treiben am Lavendel. Bienen und Hummeln ernten den Nektar. Die wissen schon was gut ist!

Nun zur Materie. Allen voran natürlich das ätherische Öl, beruhigend, nervenstärkend, regenerierend, entspannend. Gerbstoffe, die eine stopfende Wirkung bei Durchfällen haben. Dazu noch Flavonoide, Phytosterole und und und.

Was macht nun die gesamte Pflanze, mit all ihren Wirkebenen? Hier wird der Lavendel, neben der beruhigenden Wirkung auf das Zentrale Nervensystem und die gärungswidrigen Eigenschaften bei Durchfällen, auch als Gallemittel verwendet. Die Volksmedizin beschreibt noch viele andere Indikationen: Appetitlosigkeit, Blutdrang im Kopf, Blähungen, Kolik, Übelkeit, Schwindel, Ohnmacht, Migräne, Kopfschmerzen, Schlaganfall, Nervenschwäche, Gelbsucht, Leber- und Milzerkrankungen, beginnende Wassersucht, Lähmungen, Gliederschmerzen, Rheuma, Gicht. (Das große Buch der Heilpflanzen, Apotheker M. Pahlow).

Ich selbst empfinde große Hochachtung vor den Kräften der Natur. Hochachtung, Demut und Dankbarkeit.

Eure Kathrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.