Lughnasadh – Lammas – Schnitterfest – Fest des ersten Kornschnitts

Gestern feierten wir im Fürther Stadtwald das fünfte Jahreskreisfest. Das Schnitterfest ist eines unserer ältesten Erd- und Fruchtbarkeitsfeste. Es läutet die Erntezeit ein, die im Erntedankfest zur Herbsttagundnachtgleiche (sechstes Jahreskreisfest) endet.

Warum diese Feste feiern?

Ich will sie nicht mehr missen! Wie es so vielen Menschen geht, haste ich, trotz besseren Wissens, von Ort zu Ort, von ach so wichtigen Aufgaben zur nächsten Aufgabe, das gibt es noch zu tun und jenes, ist ja auch wichtig. Merkt Ihr was? Erkennt Ihr Euch selbst?

In all diesem Treiben, dem man sich oft nicht entziehen kann, komme ich während dieser Feste zur Ruhe, werde mir der Wertigkeit meines Lebens bewusst. Selbst als Veranstalterin und Ausführende gehe ich immer gestärkt, zuversichtlich und glücklich danach nach Hause und das ist wirklich Grund genug diese Feste zu feiern.

Feiern?

Ich weiß nicht wie ich es sonst nennen sollte, aber es ist so viel mehr. Wir reden über die Zeit, was wir empfinden, wie wir sie fühlen, was gerade geschieht, was wichtig für uns ist, was uns zweifeln lässt…

Es wird uns bewusst, dass wir alle eingebunden sind im wunderbaren Rhythmus des Lebens. Die einzelnen Stationen im Jahreskreis werden mit allen unseren Sinnen erfasst. Mal spielerisch, mal ernst, mal ruhig, mal lachend, tanzend, singend. Und manchmal kommen Tränen, die heilend fließen dürfen.

Die Zeit um Lammas wird, wenn wir einen Jahreslauf mit unserem Lebensalter vergleichen, mit dem Alter zwischen Anfang bis Ende fünfzig Jahren gleichgesetzt. Das passt ganz gut, da gehöre ich dazu. Aber dies ist nicht wirklich relevant, denn die Qualitäten dieses Alters kann man immer erfahren.

Was hat man denn mit fünfzig für Qualitäten?

In dieser Lebensphase kann man ganz schön gebeutelt werden. Wechseljahre, Menopause, Midlife-Crisis sind so Schlagwörter. Man merkt, wie sich der Körper verändert und man nicht mehr so leistungsfähig ist, wie vor zwanzig Jahren. Na und? Wenn wir mit uns im Reinen sind, im Gleichgewicht, dann ist dieses Lebensalter die Phase der größten Ausstrahlung und Kompetenz. Wir können Würde, Stärke und Autorität ausstrahlen, stehen oft am Höhepunkt unserer größten Erfolge. Doch Höhepunkt bedeutet auch, leider muss ich das schreiben, Höhepunkt heißt auch, jetzt geht es nicht mehr weiter nach oben. Irgendwann geht auch dies zu Ende. Dann rücken andere Qualitäten in den Mittelpunkt.

Die Zeit um Lammas kann bedeuten, dass z.B. die Kinder ihr eigenes Leben leben, dass vielleicht die ersten Enkelkinder geboren werden, dass die eigenen Eltern Hilfe benötigen, vielleicht sterben. Aber überlegt Euch selbst, was wird sein, wenn Ihr so alt seid, was fühlt Ihr in diesem Alter aktuell, an was erinnert Ihr Euch, als Ihr so alt ward?

Eine wichtige Qualität dieser Lebensphase ist die Fähigkeit zu „schnittern“! „Schnitterfest“

Wie?

Na schnittern eben, abschneiden! Ganz bewusst trennen wir uns von Dingen, die uns nicht mehr wichtig sind. Vieles brauchen wir nicht mehr. Wir müssen uns nicht mehr beweisen, wie gut wir sind. Sind wir doch eh alle, oder? Wir können ganz schon unbequem sein mit unseren: „Nein, will ich nicht, brauch ich nicht mehr!“ Abgrenzung fällt leichter.

Und genau die Abgrenzung stand beim gestrigen Fest im Mittelpunkt. Ich glaube, das habe wir im Augenblick alle nötig. Die vielen schlimmen Nachrichten, die uns täglich erreichen, treffen oft tief ins Innere. Wenn wir nicht gut für uns sorgen, können wir an Geist, Körper und Seele krank werden. Deswegen ist es so wichtig sich abgrenzen zu können. Sich bewusst zu werden, dass wir das Recht haben selber zu entscheiden, was und wieviel wir in unser Leben lassen.

In früheren Zeiten wurde aus dem ersten geernteten Korn (Fest des ersten Kornschnitts) ein sogenanntes Gildenbrot gebacken. Mein Mann Michael (ich selbst backe nicht!) hat uns zwar nicht mit einem Gildenbrot beglückt, aber sein Focaccia, das wir im Anschluss des Jahreskreisfestes, alle gemeinsam in unseren Garten bei einem Glas Wein genossen haben, war einfach nur lecker. Danke Dir dafür!

Zum Schluss nun noch etwas Eigenwerbung:

Das nächste Jahreskreisfest ist die Herbsttagundnachtgleiche. Wir feiern sie am 24.09.2022. Genaueres findet ihr auf meiner Homepage unter „Termine“

Eure Kathrin

Pflanzenheilkunde

Das Heilen mit Pflanzen, die Pflanzenheilkunde ist eine der ältesten Methoden uns beim Gesunden zu unterstützen.

Für mich ist das Heilen mit Pflanzen in den unterschiedlichsten Formen, wie z.B. als Tee, Tinktur, Salben, Wickelzusätzen, Räucherwerk…, eine meiner wichtigsten Grundlagen. Sicher sind bei bestimmten Erkrankungen andere Behandlungsmethoden der Komplementär- oder Schulmedizin nötig. Aber immer lassen sich diese Methoden mit der Pflanzenheilkunde unterstützen. Pflanzen wirken auf unseren Körper, auf unsere Seele und unseren Geist. Sie können uns auf vielen Ebenen stärken. Ich habe im Laufe meines Lebens und im intensiven Umgang mit der Kräuterwelt sehr viel von ihnen gelernt. Nicht nur weil ich viele Male erleben durfte wie sie körperliche Beschwerden heilten, sondern auch wie tief sie unsere Seele berühren können. Sie haben die Fähigkeit uns auszugleichen und in den Fluss zu bringen. Und das ist ja schon mal die halbe Miete zum Gesund werden.

Dabei möchte ich klarstellen, wenn ich von der Pflanzenheilkunde spreche, meine ich die Pflanze in ihrer Gesamtheit, in ihrem Pflanzenverbund und nicht nur isolierte Wirkstoffe in Kapseln etc. Eine Pflanze ist so viel mehr als ihre wissenschaftlich erforschten Inhaltsstoffe. Das will ich nicht herabsetzen, nur ist es in diesem Blogbeitrag nicht mein Thema.

Um die verschiedenen Ebenen der Heilkraft der Pflanzen zu verdeutlichen, nehme ich das Erklärungsmodell der Fa. Ceres zu Hilfe (Quelle: Wesen und Signatur der Heilpflanzen, Roger Kalbermatten, Fortbildung Ceres Heilmittel AG, Referent: Matthias Plath).

Die drei Ebenen einer Pflanze

  1. Materie (Wirkstoff)

Wir können die Pflanze berühren, anfassen, taktil wahrnehmen. Die Inhaltsstoffe erforschen und anwenden. Nahrung und Arznei herstellen.

  • 2. Form (Information)

Sie ist visuell erkennbar, ist aber selbst keine Materie. Nur der Träger ist materiell. Wenn wir ein Buch lesen entnehmen wir die Informationen mit Hilfe der aufgedruckten Buchstaben im Buch. Das Buch ist die Materie. Würden wir es vor und nach dem Lesen wiegen, es gäbe keinen Unterschied und trotzdem haben wir die Information aufgenommen.

  • 3. Leben (Lebenskraft)

Lebensenergie, Vitalität und Wesen. Sie verbindet die Materie und die Form und ist der Seelenanteil. Ohne sie kein Leben. Eine Pflanze kann man zwar zerteilen, katalogisieren, erforschen, aber es ist nicht möglich sie wieder zusammenzufügen. Ein Buch, das in der Ecke liegt, nie gelesen wird, ist nichts anderes als tote Materie und die darin enthaltenen Informationen nutzlos.

Ich will versuchen das Ganze noch etwas verständlicher zu beschreiben. Stellt Euch vor, ihr wollt ein Haus bauen. Was benötigt Ihr? Als erstes sicher einen Plan. Wie soll das Haus aussehen, wo die Rohre verlaufen, welche Baustoffe werden verwendet…? Ihr braucht also Informationen! Dann benötigt ihr das Material – die Materie. Aber das Leben, die Seele des Hauses, das sind die Bewohner. Ohne sie wird das Haus wieder verfallen und nur ein Haufen Baustoff bleibt übrig.

Vielleicht kann man mit diesem Beispiel besser erkennen, dass die Heilkraft einer Pflanze nicht nur auf ihrer Materie, sprich ihren Wirkstoffen basiert, sondern auf dem Zusammenspiel der drei Wirkprinzipien.

Mit Hilfe der großen Seelenpflanze Lavendel will ich dies nochmal verdeutlichen. Schon ihr botanischer Name Lavandula angustifolia weißt auf ihre Seelenbedeutung hin. Das lateinische „lavare“ bedeutet „waschen“. Hier geht es nicht um eine körperliche Waschung, sondern um eine seelische Reinigung. Der Duft des Lavendels wirkt beruhigend, klärend, regenerierend und verhilft zu einem erholsamen Schlaf. Wer an einem warmen Tag an einem Lavendelfeld vorbeikommt wird die warme und doch klärende Energie spüren.

Die blauvioletten Blüten erfreuen unser Auge. Eng stehen sie an einem Stängel gedrängt beieinander und trotzdem luftig getrennt. Liebevolles, fast mütterliches Miteinander, gepaart mit Klarheit und Freiheit. In meinem Garten beobachte ich häufig fasziniert das lebhafte Treiben am Lavendel. Bienen und Hummeln ernten den Nektar. Die wissen schon was gut ist!

Nun zur Materie. Allen voran natürlich das ätherische Öl, beruhigend, nervenstärkend, regenerierend, entspannend. Gerbstoffe, die eine stopfende Wirkung bei Durchfällen haben. Dazu noch Flavonoide, Phytosterole und und und.

Was macht nun die gesamte Pflanze, mit all ihren Wirkebenen? Hier wird der Lavendel, neben der beruhigenden Wirkung auf das Zentrale Nervensystem und die gärungswidrigen Eigenschaften bei Durchfällen, auch als Gallemittel verwendet. Die Volksmedizin beschreibt noch viele andere Indikationen: Appetitlosigkeit, Blutdrang im Kopf, Blähungen, Kolik, Übelkeit, Schwindel, Ohnmacht, Migräne, Kopfschmerzen, Schlaganfall, Nervenschwäche, Gelbsucht, Leber- und Milzerkrankungen, beginnende Wassersucht, Lähmungen, Gliederschmerzen, Rheuma, Gicht. (Das große Buch der Heilpflanzen, Apotheker M. Pahlow).

Ich selbst empfinde große Hochachtung vor den Kräften der Natur. Hochachtung, Demut und Dankbarkeit.

Eure Kathrin

Echtes Mädesüß – Filipendula ulmaria

Ab Anfang Juni bis Ende August findet man das Mädesüß an vielen Ufern unserer Bäche und Flüsse. Es ist eine sehr alte Heilpflanze und soll schon von den Germanen als heiliges Kraut verehrt worden sein. Der Name hat nichts mit einem süßen Mädchen zu tun, sondern es wurden mit ihm Getränke aromatisiert und haltbar gemacht, z.B. der Met.

Einen großen Stellenwert nimmt es bei mir in der Naturheilkunde, bzw. Volksheilkunde ein. Das Mädesüß enthält u.a. Salicylsäureverbindungen. Chemisch synthetisierte Salicylsäure findet sich in vielen Schmerzmitteln, z.B. Acetylsalicylsäure im Aspirin. Die Grundsubstanz Acetyl-Spiräein-Säure von Aspirin wurde früher aus dem Mädesüß gewonnen. Salizylsäure wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und allgemein antimikrobiell. Diese alte Heilpflanze ist ein sehr gutes Mittel bei chronischem und akutem Gelenksrheumatismus und Arthritis, wie auch bei Ischiasproblemen. Es hat mir und meiner Familie auch wunderbar bei allen Erkältungskrankheiten (Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber) geholfen. In meiner Praxis rate ich, neben der Anwendung als Tee, auch zu einer Filipendula Urtinktur, z.B. v. Fa Ceres. Bei einer Überempfindlichkeit auf Salicylate (z.B. Bronchialasthma) sollte man auf eine Behandlung mit Mädesüß verzichten.

Doch nicht nur auf körperlicher Ebene wirkt das Mädesüß heilsam. Der Duft hat eine besondere Kraft. Dies beschreibt die nun folgende Geschichte. Ich schrieb sie vor Jahren im Aufseßtal, neben mir und um mich herum, das Mädesüß. Hörte ihm zu uns schrieb. Nach der Geschichte findet ihr noch mehr über diese ganz bestimmte Wirkung.


Loslassen

Der Weg war anstrengend. Doch bald würde er den Gipfel erreicht haben. Die Julisonne brannte unbarmherzig. „Verrückt“, dachte er: „Die ganze Idee war verrückt. Das alles nur wegen Hanna.“ Hannas ganze Schuld war, dass sie ihn verlassen hatte. Einfach so, ohne Vorankündigung. Es gäbe einen anderen Mann in ihrem Leben. Sie liebe ihn nicht mehr und außerdem würde er es eh´ zu nichts bringen. Jetzt war sie mit dem Neuen auf Segeltour, selbstverständlich mit eigenem Segelboot. Er konnte nur Boote aus Holz schnitzen. Auch wenn seine Freunde ihn versuchten damit zu trösten, dass Hanna nie zu ihm gepasst hätte und er eigentlich froh sein könnte: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende usw.. Es tat ihm trotzdem weh, unerträglich weh!

Deswegen war er jetzt hier. Wanderte ziellos umher, schlief im Freien oder in irgendwelchen Gasthäusern. Wollte mit niemandem sprechen, wollte nur seine Ruhe und war doch in dieser selbst gewählten Ruhe kreuzunglücklich. Seine Gedanken drehten sich nur um Hanna und was er ohne sie mit seinem Leben anfangen sollte. Eigentlich wollte er sich in diesen drei Urlaubswochen wieder finden, hatte aber das Gefühl sich immer mehr zu verlieren. Hanna und ihr Neuer – an nichts anderes konnte er denken. Natürlich könnte er diesen ganzen Wanderquatsch abbrechen, sich in der nächsten Ortschaft in einen Bus setzen und nach Hause fahren, aber was dann? Er konnte keine gut gemeinten Ratschläge mehr hören.

So anstrengend hatte er sich diesen Weg nicht vorgestellt. Leichter Anstieg war im Wanderführen gestanden. „Von wegen leichter Aufstieg“ dachte er: „oder habe ich mich verlaufen?“ Dann plötzlich stand er auf dem Gipfel. „Endlich!“ schnaufte er: „Eine tolle Aussicht ist das hier. Hat sich doch gelohnt!“ Weit unten sah er einen Talkessel liegen. Ein schimmernder kleiner Fluss mäanderte durch die Landschaft. „Moment mal“, Mark zog überrascht die Augenbrauen hoch. Verblüfft sah er sich um. Tatsächlich war er höher gestiegen als es möglich war. Hier gab es nicht einmal mehr Bäume. Er war so mit seinem „Hannaproblem“ beschäftigt gewesen, dass er nichts anderes hatte wahrnehmen können. Keinen Blick hatte er für die wunderbare Natur um sich herum gehabt und um so mehr war er nun verwundert, was er sah. „Aber das kann nicht sein!“, sage er laut: „Die Fränkische Schweiz ist ein Mittelgebirge. So hohe Berge kann es hier nicht geben.“ Dann entdeckte er einen steilen, engen Pfad der abwärts in das malerische Tal führte. Er setzte seinen Rucksack auf den Boden und holte die Wanderkarte heraus. Weder dieser hohe Berg noch das Tal unter ihm war in ihr verzeichnet. Er suchte sein Handy – „Mist, Funkloch“, stöhnte Mark. Das wiederum war in dieser Gegend fast schon normal. Sollte er versuchen in das Tal zu gelangen, fragte er sich? „Was soll´s wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ gab er sich selbst die Antwort und machte sich auf den Weg nach unten.

Der Weg schien sich, was eigentlich nicht möglich war, wie eine Spirale abwärts zu schrauben. Es war als würde er Meter für Meter eine andere Welt betreten. Erst am späten Nachmittag erreichte er die Talsohle. Er drehte sich noch einmal nach dem Weg um und stellte verwundert fest dass er den Spiralweg nicht sehen konnte, nur ein enger Pfad führte den Berg hoch. „Sonderbar, wo bin ich hier nur gelandet?“, fragte er sich. Das Tal war wunderschön. Es wurde von einem Mischwald umsäumt. Hohe Fichten und Kiefern, alte knorrige Eichen, Ahornbäume und ausladende Buchen. Verblühte Holunder standen zwischen Schlehen-, Weißdorn-, Rosen- und Hartriegelhecken. Ein kleiner, mit grünlich schimmernden Kieselsteinen bestreuter Weg führte kurvenreich zum nah gelegenen Flussufer. Verwundert sah Mark, dass der Kieselweg rechts und links am Rand mit rötlichen Steinen begrenzt war. So etwas hatte er noch nie gesehen. Das musste doch jemand so angelegt haben. „Wirklich hübsch“, dachte er: „sieht aus wie ein Pflanzenstängel der rötlich überlaufen ist.“ Vorsichtig betrat er den Weg und lief zu dem kleinen Fluss.

Der Weg endete mitten in einem Feld voller weiß blühender und betörend duftender Blumen, die das Flußufer umsäumten. Am Rande des Feldes, nahe am Ufer fand er eine Stelle, die sich gut zum Übernachten eignete. Hier wollte er sein Nachtlager aufschlagen und müde setzte er sich. Die Ruhe war herrlich, nur Vogelgezwitscher und das Gurgeln des Flusses unterbrach sie. Blaue Libellen schwirrten glitzernd in der Abendsonne. Er hatte einmal gelesen, dass diese Tiere die meiste Zeit ihres Lebens als Larven im Wasser verbrachten. Nur ein Jahr lebten sie in ihren Libellenkörper. Aber in diesen einen Jahr waren sie die pure Energie und von einer unbeschreiblichen Schönheit. So ruhig und zufrieden war er schon lange nicht mehr gewesen. Selbst der Gedanke an Hanna schmerzte fast nicht mehr. Als hätte sie etwas in den Hintergrund gedrängt. Die Blumen neben ihm strahlten Wärme, aber auch Frische aus. Ihr warmer Duft war berauschend und machte ihn trotzdem offen und frei. Er pflückte eines dieser Kräuter um es genauer zu betrachten. Wann nahm man sich dafür schon Zeit? Der hohle Stängel war rot überlaufen und erinnerte ihn an den seltsamen Kieselweg mit den grünen und roten Steinen. Die dunkelgrünen gefiederten Blätter glänzten an der Oberseite und waren unten mit feinem, weißen Flaum bewachsen. Auch hatten die Blätter direkt am Stängel unter ihnen nochmals kleine Blättchen. Die vielen, kleinen honigfarbenen Blüten dufteten aromatisch süß und etwas nach Bittermandeln. Nicht aufgeblüht wirkten sie wie winzige Schneebälle.

„Es ist wunderschön, oder?“. Mark sah überrascht auf und bemerkte, dass eine junge, seltsame Frau neben ihm im Gras saß. Er hatte ihr Kommen nicht bemerkt. Sie trug ein grünes langes Kleid mit roten Bündchen, hatte sehr helle Augen und honigfarbenes, langes Haar. Ruhig sah sie ihn an. „Ja!“, antwortete er: „Was ist das?“, und war über sich selbst erstaunt. „Eine Heilpflanze.“, erklärte sie ihm schlicht. „Was heilt sie?“, wollte er wissen und dachte gleichzeitig: „Was für ein seltsames Gespräch, wenn man sich noch nicht einmal kennt. Woher kommt sie? Wer ist sie?“. Dies fragte er sie jedoch nicht. Alles kam ihm so unwirklich vor und trotzdem war er sich völlig sicher, dass er wach war. Hellwach und klar! Die Frau schmunzelte: „Im Moment heilt sie deinen Kummer. Schau, wie viele kleine Käfer auf ihr leben, sieh die vielen Bienen und Fliegen die sie besuchen.“ Mark war verwundert: „ Was wusste diese Frau von seinem Kummer?“ Obwohl er die Frage nicht ausgesprochen hatte, beantwortete sie sie ihm. „ Es muss einen Grund geben, der dich in das Mädesüßtal geführt hat. Schmerzen oder Fieber hast du nicht. Dein Körper ist jung und gesund. Doch du hast oder hattest großen Kummer, aber er ist sicher nun nicht mehr so schmerzlich für dich.“ „Ja!“ bestätigte Mark, „Ich habe Probleme, die mich ziemlich fertig machen. Aber ich will darüber nicht sprechen. Damit bin ich schon zu vielen Menschen auf die Nerven gegangen.“. Er wollte noch fragen, woher sie dies wisse. Aber auch das kam ihm nicht über die Lippen. Wieder lächelte sie ihn an und fragte: „Aber wie geht es Dir jetzt? Ist dein Schmerz noch so heftig wie heute Morgen?“. Verblüfft spürte er, dass der Gedanke an Hanna nicht mehr so schmerzhaft war. Es fühlte sich an, als ob sich etwas lösen würde.“Es geht mir jetzt wirklich viel besser.“,bestätigte er. Er sah die duftende Blume in seiner Hand und nahm den kräftigen Duft wahr. „Willst du mir erklären, dass diese Pflanze, wie heißt sie?“, fragte er. „Mädesüß“, antwortete sie. „Also, willst du mir sagen, dass das Mädesüß mich von meinem Kummer heilt?“. „Nein, so einfach geht das nicht. Es liegt auch an dir. Weißt du, Selbstmitleid hilft nicht weiter. Das Leben ist wie dieser kleine Fluss – wie Wasser. Steht es still, wird es modrig, kippt um. Manchmal braucht man aber etwas oder jemanden der einen verstopften Zu- oder Abfluss wieder öffnet. Dann kann das Wasser fließen.“. „Soll das heißen, das Mädesüß hat mich irgendwie geöffnet?“, wollte er wissen. „Wenn man es braucht und dafür bereit ist, kann es öffnen.“, nickte sie.

Toni roch an der Blüte in seiner Hand und genoss ihren Duft. Er schnüffelte auch an den eigenartigen Blättern der Pflanze und rümpfte die Nase. Sie lachte: „Die Blätter sind für andere Krankheiten. Du brauchst sie im Moment nicht. Aber es wird bald dunkel sein und du solltest schlafen.“ Sie erhob sich, beugte sich über ihn und küsste ihn auf seine Stirn. Er fühlt sich von einer klaren, kühlen Wärme durchströmt. „Gibt es das überhaupt? Ich habe noch so viele Fragen.“ dachte er und schlief ein.

Vogelgezwitscher weckte ihn am anderen Morgen. Er wusch sich im Fluss. Durstig trank er aus seiner Feldflasche. Das Wasser, obwohl vom Vortag schmeckte herrlich und er entdeckte lächelnd Mädesüßblüten im Wasser schwimmen. Von der jungen Frau, deren Namen er nicht einmal kannte, war keine Spur zu entdecken. Er wusste aber irgendwie, dass er jetzt nicht nach ihr rufen durfte. Hungrig aß er seinen Proviant , hatte er doch gestern Abend weder gegessen noch getrunken. Packte seinen Rucksack, roch noch einmal an den Mädesüßblüten, bedankte sich und macht sich auf den Rückweg.

Den grün-rot überlaufenen Kieselweg entlang, den engen Gebirgspfad, der sich sobald man ihn betrat nach oben schraubte, hoch. Am Gipfel angekommen sah er zurück ins Mädesüßtal und bedankte sich noch einmal. Er lief den Berg hinab ins Dorf zurück.

Er fühlte sich frei, glücklich und genoss jeden Augenblick.


Mädesüß

Hier ist es nun doch, das junge Mädchen, die junge Frau Mädesüß! Der Duft des Mädesüß, wie auch eine Räucherung mit dem Kraut, hilft uns Altes loszulassen und wieder neu anzufangen. Wir erkennen, dass ein Neubeginn nur dann erfüllt und gut werden kann, wenn auch Platz dafür ist. Es unterstützt uns alte Verhärtungen abzubauen, öffnet unsere verkrusteten Zu-, und Abflüsse und lässt uns in Fluss kommen. Der Duft und der Rauch des Mädesüß fördert auch unsere Intuition und unser Traumbewusstsein.

Mehr könnt Ihr bei einer meiner Wildkräuterexkursionen oder bei einem Räucherseminar erfahren!

Euch weiterhin einen schönen Sommer! Eure Kathrin

Ohrakupunktur nach NADA

Ein Ausbildungspunkt meiner speziellen Qualifikation für Psychotherapie und Psychosomatik (2012) im Bezirkskrankenhaus Bayreuth war die Ohrakupunktur nach dem NADA-Protokoll.

Hierbei handelt es sich um eine standardisierte Akupunktur von jeweils 5 Ohrpunkten in einem besonderen Setting. (siehe: nada-akupunktur.de)

Ich biete diese, nach meinen Erfahrungen, höchst effektive und wirkungsvolle Akupunktur in Gruppensitzungen (max. 10 Teilnehmer) an. Bei bestimmten Indikationen auch in Einzelsitzungen. Die Dauer einer Sitzung beträgt ca. 45 Minuten und findet, wie schon der Begriff „Sitzung“ sagt im Sitzen statt. Am wirkvollsten sind 1-2 Behandlungen in der Woche (5-10 Akupunkturen)

Wann ist eine Behandlung sinnvoll? Wobei kann sie uns unterstützen?

  • Zur Nikotinentwöhnung
  • Zur Unterstützung der Alkohol/Drogenabstinenz bei Alkohol/Drogenabhängigkeit (in meinem Setting kann ich hier allerdings keine akuten Fälle übernehmen)
  • Zur Reduzierung von Stressreaktionen z.B. bei Burnout-Symptomen
  • Zur Unterstützung bei der Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen
  • Zur Begleitung einer psychotherapeutischen Behandlung
  • Bei Unruhe und Unausgeglichenheit
  • Bei Schlafstörungen
  • Zum besseren Umgang und zur Reduzierung von Schmerzen
  • Bei Menstruationsbeschwerden
  • Bei Migräne, Kopfschmerzen
  • Bei vegetativen Funktionsstörungen
  • Bei Konzentrationsstörungen
  • Bei psychiatrischen Erkrankungen (z.B. Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen…)

Eine medizinische Kontraindikation ist nicht bekannt!

Schon während meiner Tätigkeit als Krankenschwester im Bezirkskrankenhaus Bayreuth behandelte ich viele meiner Patienten, sowohl auf der Psychotherapeutischen/Psychosomatischen Station, wie auch auf der Forensischen Abteilung. Den Erfolg, den wir mit dieser Methode hatten, überzeugte unser gesamtes Team. Ich erlebte immer wieder die ausgleichende Wirkung bei unterschiedlichsten Leiden. Die positive Wirkung bei den oben genannten Indikationen kann ich, auf Grund meiner langjährigen Erfahrung, bestätigen.

Viele Erkrankungen, die sich auf körperlicher Ebene zeigen, haben ihren Ursprung häufig auf der seelischen Ebene, oder belasten uns psychisch. Das Eine gehört nun mal zum Anderen. Ein Hörsturz ist z.B. ein Ereignis bei welchen sich die Ohrakupunktur als sehr hilfreich beweist.

Da eine Akupunktur immer etwas „lösen“ kann, bin ich natürlich im Anschluss, oder auch zu einem späteren Zeitpunkt für Gespräche bereit.

Falls es mir gelungen ist, Euch neugierig zu machen und ihr, ganz unverbindlich, mehr Informationen oder einen Termin benötigt, meldet Euch bei mir. Ach ja, die Kosten! Eine Gruppensitzung kostet pro Person und Behandlung 15 €.

Eure Kathrin

0911 63369786

Schafgarbe – Achillea millefolium

Mit der Schafgarbe verbindet mich ein ganz besonderes Erlebnis. Es wurde mir wieder bewusst, wie groß die Berechtigung alter Überlieferungen ist. Dieses wundervolle Kraut in dem eine lichtvolle, heilende Kraft innewohnt heißt nicht umsonst auch „Gottesgnadenkraut“. Bevor ich über die heilendenden Eigenschaften der Schafgarbe berichten werde, will ich Euch an meinem Erlebnis teilhaben lassen.

Eine alte Überlieferung berichtet, dass die Schafgarbe auch als Wetterorakel verwendet werden kann. Wie, das hatte ich zu dieser Zeit nicht herausgefunden und hielt das Ganze für eine Art Aberglaube. Ich sollte eines besseren belehrt werden.

Vor vielen Jahren war ich in der Fränkischen Schweiz, bei Aufseß, für eine Kräuterführung mit Kindern und deren Eltern gebucht. Es war ein gewittriger Sommertag und der Himmel entlud sich mit Blitz und Donner. Ein reinigendes Sommergewitter zog ca. eine ¾ Stunde vor Beginn der Veranstaltung über Aufseß hinweg. Ich bereitete mich während dessen noch für die Führung vor. Schließlich wollte ich die Begeisterung für unsere wilden, heimischen Kräuter bei den teilnehmenden Kinder, wie auch bei den Eltern spielerisch und naturpädagogisch wecken. Ich war sicher das Wetter würde sich bis zum Start verzogen habe. So war es schließlich gemeldet und es hörte auch bald auf zu regnen und zu donnern. Am Horizont wurde der Himmel stetig heller.

Kurz bevor ich unser Haus verließ, ging ich noch einmal in mein Arbeitszimmer um meinen Sammelkorb zu holen. In meinem Zimmer hing noch ein alter, getrockneter und, so wie ich glaubte längst verdufteter Schafgarbenstrauß. Ich bemerkte verwundert, dass dieses vertrocknete Kraut stark und sehr aromatisch duftete. Kurz vorher war davon nichts zu riechen.  Ich konnte mir dies nicht erklären und hatte auch keine Zeit mehr darüber nachzudenken, denn ich wurde ja von den Kindern erwartet. Ich blickte noch einmal aus dem Fenster, es war keine Sonne zu sehen, keine Wolken, nur ein hellgrauer Himmel.

Gerade als ich das Haus verlassen wollte öffnete der Himmel wieder seine Schleußen. Kein Donner, kein Blitz, nur herabstürzendes Wasser. Die Welt war nicht mehr zu erkennen, als ob man hinter einen Wasserfall stehen würde. Nur der Sturm und der sinnflutartige Regen waren noch zu hören.

Ich weiß nicht wie lange es dauerte, bis sich das Wetterphänomen wieder beruhigt hatte und ich nach draußen gehen konnte, aber sicher nicht mehr als wenige Minuten. Ich war sehr in Sorge und hoffte, dass die Eltern mit den Kindern noch nicht am Treffpunkt angekommen waren. Dieser war direkt an einem Waldrand außerhalb von Aufseß.

Endlich ließ auch der Sturm nach und ich machte mich auf den Weg. Die Welt hatte sich verändert. Das Unwetter hatte einiges an Schäden angerichtet. Selbst eine große Fichte war direkt neben unserem Schafstall gestürzt. Zum Glück war keiner meiner Teilnehmer am Treffpunkt. Wie ich später erfahren habe, waren alle, genauso wie ich selbst, noch zu Hause. Der Weg allerdings, den ich für meine Wanderung geplant hatte, war nicht mehr zu erkennen. Wie Mikadostäbe lagen kreuz und quer die Bäume. Ich war so dankbar, dass sich das Unwetter vorher entladen hatte. Keiner von uns hätte eine Möglichkeit gehabt sich unterzustellen.

Im Nachhinein ist mir nun völlig klar, dass die Schafgarbe wirklich ein Wetterorakelkraut ist. Ich weiß nicht wie sie, so alt und verdorrt sie doch schon war, kurz vor Beginn des Unwetters so aromatisch und stark duften konnte. Lag es am Luftdruck, an der Luftfeuchtigkeit? Das können andere sicher besser erklären. Aber dass sie mit ihrem Duft gewarnt hatte ist sicher. So wie mit diesem Erlebnis und der alten Weisheit über die Schafgarbe ging es mir inzwischen schon häufiger. Und ich bin immer noch am lernen und staunen.

Heilkraft der Schafgarbe

Das Wirkungsspektrum der Schafgarbe ist groß und sie ist eine unserer ältesten Heilkräuter. Als Magen-, Darmmittel, wie auch bei Gallenbeschwerden ist sie gut einsetzbar. Sie regt, wie die meisten Kräuter mit viel Bitterstoffen (sekundärer Pflanzenstoff, siehe Blogeintrag), die Drüsentätigkeit an. Laut Apotheker M. Pahlow wird durch das Kalium im Verbund mit anderen Wirkstoffen in der Pflanze die Nierentätigkeit gefördert und so eignet sich die Schafgarbe gut für Frühjahrs- oder Herbstkuren. Sie ist auch ein Bestandteil der „Grünen Neune“ – eine Frühjahrssuppe mit 9 verschiedenen Kräutern. Das ätherische Öl Azulen wirkt desinfizierend, entzündungshemmend und krampflösend. Sie ist auch als desinfizierendes und blutstillendes Wundheilmittel einsetzbar. Nicht umsonst wird sie auch Soldatenkraut genannt. Wegen der desinfizierenden Wirkung wurde die Schafgarbe früher den Wöchnerinnen in Bett gelegt (Mariabettstrohkraut) oder in den Pesthäusern aufgehängt (Pestilenzkraut)…

Eine ihrer wichtigsten Heileigenschaften ist für mich ihre Kraft als Frauenkraut. Sie ist krampflösend, wird bei der vegetativen Dystenie des kleinen Beckens (Krämpfe durch Fehlfunktionen des vegetativen Nervensystems), Dysmenorrhoe (Regelschmerzen), starken Menstruationsblutungen und prämenstruellen Syndrom verwendet. Ich rate die Schafgarbe bei diesen Beschwerden als Tee oder Urtinkur (z.B. Fa. Ceres) in der zweiten Zyklushälfte, da sie zu den progesteronausgleichenden Kräutern gehört. Selbstverständlich sollte man bei ernsthaften Erkrankungen einen Ärzt*in oder eine*n Heilpraktiker*in aufsuchen. Jede Selbstbehandlung liegt in der Eigenverantwortung.

Es gibt noch viel mehr über die Schafgarbe zu berichten (Räucherkraut, äth. Öl, Bräuche, Mythologien…). Ihr könnt Euch wie üblich auf der Homepage/Veranstaltungen informieren.

Meine nächste Wildkräuterexkursion findet am 16. Juli 2022, 14:00 – 16:00 statt.

Eure Kathrin

Mittsommer – Johannis – Litha – Wendezeit 21. Juni

Mit großen Schritten nähern wir uns der Sommersonnwende. Der 21 Juni ist der längste Tag im Jahr. Von nun an werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger. So schnell geht das. Jedes Jahr bin ich immer wieder erstaunt, wie rasant die Zeit vergeht. Umso wichtiger finde ich, ist es feste Punkte im Jahresrhythmus zu feiern. Leider kann ich dieses Jahr keinen Jahreskreis zur Sommersonnwende veranstalten, weil wir im Urlaub sind. Also nicht wirklich leider, wir werden es uns gut gehen lassen und feiern zu zweit!

Es gibt so viel über Litha zu berichten, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen und enden soll. Alles kann ich hier nicht schreiben, dass würde eine „never ending story“ werden.

Die Sonne tritt aus dem Sternzeichen des Zwillings in das Sternzeichen des Krebses. Dies wurde ursprünglich 12 Tage lang gefeiert. Was sind wir doch brav geworden. Umso mehr sollten wir uns dieser Zeit der Liebe und des Rausches, aber auch der Mütterlichkeit und Fürsorge bewusst werden.

Es heißt die Pflanzengöttin sei nun schwanger und Belenos (Heil- und Quellgott) wäre im Zenit seiner milden Herrschaft. Der Donner- und Himmelsgott Taranis, er wird durch ein brennendes Rad symbolisiert, soll nun sehr aktiv werden. Nun ja Sommerzeit ist auch Gewitterzeit. Heiße Tage und Nächte stehen uns bevor. Die mächtigen Entladungen eines Gewitters kennen wir alle. Wir spüren sie, sind fasziniert, ja elektrisiert, aber auch demütig dieser großen Naturgewalt gegenüber. Die Welt ist bunt, voller Blüten und Düfte. Manchmal aber auch völlig verdorrt durch die Kraft der Sonne.

All dies sind nicht nur Zustände, oder Beobachtungen, sondern dies ist auch gleichzeitig die Wertigkeit der Sommersonnwende. Die verschiedenen Feste im Jahreskreis symbolisieren auch unser fortschreitendes Alter im Lebenskreis. Zur Zeit der Mittsommerwende sind wir im Lebensalter Ende 30 bis Ende 40. Es ist eine arbeitsreiche Zeit, wie auch der Sommer schon immer eine arbeitsreiche Zeit war. Wir haben in dieser Lebensphase meist sehr viel zu tun, sind aber auch kraftvoll. Wir wissen was wir können. Wir geben viel, dürfen aber auch die erste Ernte einfahren. Wichtig ist nun, dass uns auch bewusst ist, dass unsere Kräfte nicht unbegrenzt sind. Wir können und sollten auch nicht alles schultern. Also auch mal hinsetzen und durchatmen. Vielleicht nehmt Ihr Euch gerade am 21. Juni dafür einmal Zeit. 

Wenn es Richtung Ende 40 geht, steht uns auch ein Wandel bevor. Eine Wende – Sonnwende!

Unsere Kinder werden erwachsen und lösen sich vom Elternhaus. Das ist einerseits schön, andererseits oft schmerzhaft. Man hat plötzlich mehr Zeit für sich, für die Partnerschaft, aber womit füllen? Die eigenen Eltern sind nun alt geworden und brauchen vielleicht vermehrt unsere Hilfe. Wir müssen die Verantwortung für unsere Kinder abgeben und oft die Verantwortung für unsere Eltern übernehmen. Auch sind wir, das sind wir aber immer, für unser eigenes Leben verantwortlich. Wie gehe ich mit dem Wechsel, der Wende um?

Ja, Wechsel, es beginnen nun bei den meisten Menschen die Wechseljahre. Nein, nein, nicht nur bei uns Frauen. Auch Ihr, liebe Männer, werdet nicht davon verschont.

Mythologie

In Wendezeiten, in allen Zeiten der Jahreskreisfeste sind die Tore zur Anderswelt durchlässiger. Die Götter und Naturwesen können den Menschen nahe kommen. Ein Mensch, der nun auf Übersinnliches trifft, könnte verwundert wahrnehmen, dass er die Götter sehen kann, dass die Sonne still steht, oder drei Sprünge vollführt. Die Pferde sprechen und das Elfenreich ist im Wasser zu erkennen. Vielleicht feiern auch gerade Zwerge ihre Hochzeit unter dem Holunder…

Ratsam wäre es, unter den Wurzeln des Beifußes glühende Narrenkohlen oder Thorellensteine zu suchen. Als Amulette um den Hals getragen sollen sie Schutz gegen Fieber und Fallsucht bringen und zudem Erfolg in der Liebe bescheren. Aber Vorsicht! Sie werden von Höllenhunden mit feurigen Augen bewacht.

Ein paar Bräuche

Junge Menschen rollten mit Stroh umwickelte, brennende Räder (Taranis) die Hügel hinunter. Vielleicht sollte der Donnergott milde gestimmt werden. Ein Lager aus Beifuß (siehe auch in meinem Blog, Pflanzen der Liebe und Ekstase) und duftenden Johanniskräutern verhalf zu Leben und Fruchtbarkeit. Auch wenn bei uns dieses Jahr der Holunder schon verblüht ist, normalerweise wurden nun „Hollerküchla“ gebacken. Außerdem: „Zu Johanni blüht der Holler, da wird die Liebe immer doller!“

Junge Liebespaare umtanzten das entzündete Sonnwendfeuer und mussten sich dabei an den Händen halten, damit ihnen der spätere Trennungsschmerz erspart blieb.

Zu guter Letzt

Das Sonnwendfeuer wurde erst im Mittelalter zum Johannisfeuer, als Abwehr der „Dämonen“, sprich, der Naturwesen. Wie bei vielen anderen Bräuchen wurde das Fest umgedeutet, so soll Johannes der Täufer zu Mittsommer geköpft worden sein. Das Johanniskraut wäre das Blut des Geköpften.

Hier will ich enden! So vieles gäbe es noch zu berichten über die Bräuche, die Glaubenssätze, über die Kräuter zu Mittsommer, über Räucherrituale, über Heilrituale…

Aber nicht nur um Sommersonnwende ranken sich die Mythen und Bräuche, auch jedes der anderen sieben Jahreskreisfeste hat seine eigene Bedeutung. Vielleicht seid Ihr neugierig geworden und habt Lust an einem dieser Jahreskreisfeste bei mir oder Michael teilzunehmen.

Die nächste Jahreskreisfestveranstaltung findet am 2. August von 18:30 – 21:30 statt. „Lughnasad“, eines der ältesten Erd- und Fruchtbarkeitsfeste

Eure Kathrin

Pflanzen bereichern unser Leben Sekundäre Pflanzenstoffe

Primäre Pflanzenstoffe, wie z.B. Fette, Eiweiß und Kohlehydrate sichern den Basisstoffwechsel in den Pflanzen und garantieren so das Leben.

Sekundäre Pflanzenstoffen sichern das Überleben. Sie sind u.a. für die Abwehr, als Wachstums-regulatoren, oder für die Heilung zuständig. Außerdem locken sie Insekten als Duft- und Farbstoffe an.

Die sekundären Pflanzenstoffe sind Bestandteile unserer täglichen Ernährung. Nach aktuellen Erkenntnissen wirken sie zwar nicht als essentielle Nährstoffe, haben aber viel Einfluss auf unsere körpereigenen Stoffwechselprozesse und können unsere Gesundheit fördern. Es soll bis zu 100 000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe geben, wobei ca. 10 000 in unserer Nahrung bekannt sind.

Sie werden in verschiedene Gruppen unterteilt. Dazu zählen z.B. die Carotinoide, die Phytoöstrogene, oder die Saponine… Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. zeigen neuere Studien, dass sie das Risiko bei der Entstehung verschiedener Erkrankungen senken können.

Diese Pflanzenstoffe haben eine große und auch unterschiedliche Wirkungsbreite. Sie können antioxidativ, antithrombotisch, antibiotisch, antiviral, antimykotisch wirken. Manche senken oder steigern den Blutdruck, sind entzündungshemmend oder fördern die Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit. Ich könnte jetzt so weiterschreiben, die Wirkungsbandbreite ist wirklich riesig.

Im heutigen Blogeintrag spreche ich allerdings über die sekundären Pflanzenstoffe, die in unserer herkömmlichen Nahrung vorkommen und nicht über Nahrungsergänzungsmittel. Hier sollte man Vorsicht walten lassen. Die isolierte Zufuhr sekundärer Pflanzenstoffe, also hochdosierte, aus dem Pflanzenverbund herausgelöste Inhaltsstoffe, können zu gesundheitlichen Problemen führen. Auch ist so manche Wechselwirkung mit anderen Medikamenten zu beobachten.

Meine Erfahrung ist, dass gesundheitsfördernde Wirkungen häufig den gesamten Pflanzenverbund benötigen. Aber egal, ob im Verbund oder isoliert, die Dosis macht die heilende Wirkung, oder das Gift.

Und nun ein Beispiel aus dem bunten Strauß der sekundären Pflanzenstoffe:

Schleimstoffe

Man unterscheidet die tierischen Schleimstoffe von den pflanzlichen Schleimstoffen. Hier geht es natürlich um die pflanzlichen. Die pflanzlichen Schleimstoffe bestehen meist aus Polysacchariden (Mehrfachzucker). Sie gehen Verbindungen mit Wasser ein, quellen auf und bilden Schleim.

Natürlich hat die Pflanze ihre guten Gründe diese Schleimstoffe zu bilden. Da ist z.B. das Pektin, eine Art quellfähiges Gel. Es ist der Kitt der Zellwände und Pektine überziehen häufig zum Schutz die Wurzelspitzen. Man findet es auch eingelagert in den Samenschalen. Durch das Quellen wird die Keimung eingeleitet (z.B. Kresse, Wegerich…). Reife Früchte, z.B. Äpfel enthalten viel Pektin.

Welche Wirkungen können Schleimstoffe auf unseren menschlichen Organismus habe?

Es gibt wasserunlösliche und wasserlösliche Schleimstoffe. Wasserunlösliche Schleimstoffe werden häufig bei Problemen im Magen- und Darmtrakt eingesetzt (z.B. Flohsamenschalen). Sie wirken positiv auf unsere Darmflora und steigern das Darmvolumen. Dadurch kann die Verdauung angeregt werden. Voraussetzung ist eine genügende Flüssigkeitszufuhr.

Wasserlösliche Schleimstoffe habe dagegen eine eher lokale Wirkung. Sie wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd, reizmildernd auf Schleimhäute, können Giftstoffe binden und ausleiten und unser Immunsystem stärken.

Wer kennt nicht einen geriebenen Apfel als Hausmittel bei Darmproblemen. Die Schleimstoffe des geriebenen Apfels können Giftstoffe binden und deren Aufnahme im Darm verhindern.

Doch nicht nur bei Darmerkrankungen sind Schleimstoffe hilfreich. Sie werden auch bei Entzündungen im Mund-, Rachenraum, in den oberen Luftwegen angewendet. Sie unterstützen das Abhusten bei einem hartnäckigen, zähen Husten (z.B. Eibischwurzel).

Auch äußerlich werden Schleimstoffe eingesetzt. Bei trockenen Ekzemen, Hautentzündungen, Insektenstichen (Spitzwegerich, Huflattich…) zeigen sie gute Wirkung. Bei Geschwüren, Abszessen oder Furunkeln kann man es mit einer Leinsamenauflage versuchen.

Ach ja, zum Thema Leinsamenauflagen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wirksam eine wärmende Auflage mit Leinsamen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung sein kann.

Pflanzen mit viel Schleimstoffen

Echter Eibisch, Wilde Malve, Stockrose, Spitzwegerich, Beinwell, Lungenkraut, Huflattich, Königskerze, Ringelblume, Lindenblüten, Brennnessel…

Apfel, Quitte, Himbeere…

Flohsamen, Leinsamen, Hafer…

Dies ist natürlich nur ein kleiner, allgemeiner Überblick über die sekundären Pflanzenstoffe und die Schleimstoffe. Eine Selbstbehandlung ersetzt in keinem Fall eine ärztliche oder heilpraktische Abklärung oder Behandlung und unterliegt immer der Eigenverantwortung.

Wessen Neugierde ich jetzt geweckt habe und wer mehr über die verschiedenen Themen in meinen Blogeinträgen erfahren will, kann sich gerne auf meiner Homepage – Veranstaltungen oder meine Behandlungsschwerpunkte informieren.

Eure Kathrin

Fogo Sagrado – Heiliges Feuer

Wenn ich Menschen erzähle, dass ein wichtiger Teil in meinem Leben Fogo Sagrado ist, ernte ich meist fragende Blicke. Diese schamanische, energetische Heilmethode ist bei uns wenig bekannt. Anders sieht es in Brasilien aus, denn von dort stammen die Ursprünge.

Über die Ursprünge könnt Ihr Euch genauer auf dem Fogo Sagrado Link auf meiner Homepage informieren. Nur kurz: Fogo Sagrado wird bei Indianern im brasilianischen Amazonasgebiet angewendet. Grundlage ist, dass bei allen Beschwerden sich zuerst die Seele auf den Weg der Heilung machen sollte.

Wir leben nicht im Urwald, wir haben andere Traditionen, andere soziale Strukturen, aber wir sind alle Menschen, mit den im Endeffekt gleichen Nöten und Sorgen. Unsere Gefühlswelt, unser Leiden unterscheidet sich nicht wirklich. Aloisyo Delgado Nascimento, ein Apotheker und Monica Oliveira, eine Physiotherapeutin, haben aus der ursprünglichen Form eine Therapieform entwickelt, die auch bei uns heilende Anwendung findet. Es brennt z.B. kein Lagerfeuer in meiner Praxis, aber eine Kerze. 😉

Fogo Sagrado heißt „heiliges Feuer“. Eine wärmende, heilende Flamme, die uns unterstützt, uns von negative Energien zu befreien.

Wichtig ist hier zu erwähnen, die Fogo Sagrado Therapie ist kein Ersatz für ärztliche oder heilpraktische Behandlungen. Keine dieser Behandlungen sollte daher unterbrochen werden. Fogo Sagrado kann uns aber z.B. helfen unsere Selbstheilungskräfte zu stärken, Blockaden, welcher Art auch immer, zu lösen… Auch hier findet Ihr mehr Informationen dazu auf meiner Homepage.

Was macht Fogo Sagrado so wichtig für mich? Es ist eine absolut wertfreie und absichtslose Therapieform. Sie ist geprägt von Wertschätzung, Achtsamkeit und hat keinen „erhobenen Zeigefinger“. Niemals wird auf irgendeine Weise versucht den bzw. die Patient*in zu beeinflussen.

Fogo Sagrado ist voller Lachen, Leichtigkeit und ist erdverbunden. Auch das ist für mich wichtig, denn ich lebe nun mal auf dieser wundervollen Erde mit all ihren Möglichkeiten und ihrer Schönheit.

Fogo Sagrado ist eine Heilmethode des Ausgleichens, des in Balance Bringens. Es kann uns unterstützen kraftvoll und aufrecht durch unser Leben zu gehen, unseren eigenen Weg zu leben.

Ich spreche da aus eigener Erfahrung, nicht nur als Therapeutin, sondern auch als Behandelte. Immer wieder bin ich erstaunt und verwundert, wie Fogo Sagrado mein Leben bereichert. Unaufdringlich, nicht spektakulär, eher ein „Huch, da war mal ein Problem? Wo ist das denn hin?“😉

Den genauen Ablauf einer Sitzung zu beschreiben würde hier diesen Rahmen sprengen, denn da gibt es viel zu erklären und es treten sicher Fragen auf. Aber falls es Euch interessiert, bieten mein Mann Michael und – oder ich Euch ein unverbindliches Vor-, bzw. Informationsgespräch an.

Die Kosten für eine Sitzung wären aktuell 100,00, das Informationsgespräch ist selbstverständlich kostenfrei.

Herzliche Grüße

Kathrin

Pflanzen der Liebe und Ekstase

„Hinter einem Hollerbusch gab sie ihrem Schatz ´nen Kuss. Roter Wein, weißer Wein, morgen soll die Hochzeit sein!“

Alte Gedichte, Lieder und Sprüche zeigen mal mehr, mal weniger, wie eng unser Liebesleben schon immer mit der aphrodisierenden Kraft der Natur verwoben ist. Der Holunder steht symbolisch für Geburt, Tod und Wiedergeburt. Bei dem obigen Spruch geht es natürlich um die Zeugung neuen Lebens, aber:

„Petersilie, Suppenkraut wächst in unsrem Garten. Mutter gib mir einen Mann, kann nicht länger warten.“ dann:

„Rosmarin und Thymian wächst in unserem Garten. Unser Ännchen ist die Braut, kann nicht länger warten.“

Die Lösung überlasse ich Eurem eigenen Kopfkino!

Ich denke solange es uns Menschen gibt, solange wird auch die liebessteigernde Kraft der Pflanzen verwendet. Die aphrodisierenden Wirkungen sind sanft auf uns abgestimmt. Sie wirken ausgleichend, durchblutungsfördernd, stimmungsaufhellend und vieles mehr. Sie können unser seelisches, körperliches und geistiges Wohlbefinden beeinflussen.

Hier geht es nicht um den „Knüppel aus dem Sack“ der synthetisch hergestellten Potenzmittel.

Die Liebespflanzen stimulieren unsere Sinne und unsere Fantasie. Nun aber will ich Euch zwei dieser erotisierenden Pflanzen vorstellen. Zwei, die ihr sicher kennt!

Gemeine Haselnuss Corylus avellana L.

„Baum der Verführung“

Die Hasel wird mit Sexualität und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Den Nonnen und Mönchen war es strengstens verboten gemeinsam unter einem Haselstrauch Zeit zu verbringen. Zu stark wäre die erotisierende Wirkung des Strauches, zu groß die Gefahr, dass die Frau den Ort mit einem „Mitbringsel“ verlässt.

Oberösterreichisches Sprichwort: „Man geht zu zweit hinter den Haselbusch und kommt zu dritt wieder hervor.“

Hildegard von Bingen schreibt über die Hasel: „Der Haselbaum ist ein Sinnbild der Wollust, zu Heilzwecken taugt er kaum, es sei denn als Mittel gegen Impotenz.“

Kinderlosen Eheleuten wurde geraten einen Haselzweig über das Bett zu hängen und einem Mädchen, das sich öfters mit verschiedenen Jungen traf, brachte man zum Maifest keine „Maien“ aus Birken oder Weißdorn, sondern einen Haselzweig. Einem vaterlosen Kind wurde nachgesagt, es sei der Haselstaude entsprungen. Daher soll auch der englische Frauenname „Hazel“ kommen.

Ich bin froh, dass wir Frauen uns hier nicht mehr rechtfertigen müssen, wie und ob wir Kinder bekommen wollen.

Ein Liebesorakel will ich Euch noch vorschlagen: Zu Samhain (Halloween, Nacht zum 1. November) sollte ein Liebespaar zwei Haselnüsse in die Glut werfen. Bleiben diese still liegen und verbrennen gemeinsam so deutet das auf eine glückliche Partnerschaft hin. Zerplatzen die Haselnüsse allerdings, wird die Liebe vielleicht stürmisch, aber kurz oder unglücklich.

Aber was ist denn nun dran an der Liebeskraft der Haselnuss?

Da sag ich erstmal „Kopfkino!“ – aber nicht nur!

Die Hasel hat eine stimulierende Wirkung auf die gesamte Bauch-, und Beckenregion. Bestimmte Aminosäuren (z.B. L-Arginin, in den Nüssen) sollen die Durchblutung speziell in den Schwellkörpern des Penis steigern. Eine Räucherung mit den Blättern fördert die Durchblutung des weiblichen Beckens und der Genitalien.

Haselnussöl wird eine luststeigernde Wirkung nachgesagt. Vielleicht wäre die Herstellung eines schönen Massageöls ein gute Wahl. Aphrodisierende ätherische Öle sind z.B.: Jasmin, Neroli, Palmarosa, Patchouli, Pfeffer, Rose, Ylang-Ylang, Zimt und noch einige mehr. Achtet bitte beim Kauf auf eine gute Qualität der Öle.

Es ist also schon was dran an dem „Baum der Verführung“.

Es gäbe noch viel Interessantes über die Haselnuss zu berichten, als Schutzpflanze, Orakelpflanze, Hilfe beim Übergang in andere Dimensionen, Richterstäbe, Haselruten, Haselwurm… Die Hasel ist vielfach verwendbar.

Gemeiner Beifuß Artemisia vulgaris

Der Beifuß ist die Pflanze der Artemis, der griechischen Göttin der Jagd, des Mondes, sie ist die Beschützerin der Frauen, Gebärenden und der Kinder. Artemis ist eine unabhängige, freie Göttin die uns Frauen unterstützen kann voller Selbstbewusstsein die eigenen Ziele zu verwirklichen. Sie fühlt sich auch ohne Mann „vollständig“

Der Beifuß symbolisiert die Fruchtbarkeit und ist eine sehr wichtige Frauenpflanze. Man glaubt, dass er das sexuelle Verlangen der Frau steigern kann. Die Frau lebt ihre freie, erfüllte Sexulalität.

Einen alten Brauch gibt es zur Sommersonnwendfeier. Nur mit einem Gürtel aus Beifuß sprangen und tanzten die Menschen um das Feuer. Naja nicht ganz nackt. Auf dem Kopf trugen sie einen Kranz aus hellsichtig machenden Kräutern, wie z.B. dem Gundermann. Die Kräuter förderten die Freude und die rituelle Ekstasefähigkeit…    Im Anschluss wurde der Beifußgürtel dem Feuer übergeben und somit sollte man das ganze Jahr vor Krankheiten geschützt sein.

Es heißt auch, der Beifuß soll den Lenden die Kraft des Donnergottes geben und den weiblichen Schoß öffnen.

Der Beifuß hat eine verdauungsfördernde, wärmende und entkrampfende Wirkung. Letztere beiden Eigenschaften machen ihn zu einem wunderbaren Liebeskraut. Allerdings dürfen Schwangere ihn aufgrund seiner wehenauslösenden Wirkung nicht verwenden.

Er bringt die Glut in die Beckenregion und kann das sexuelle Verlangen steigern.

Als Räucherkraut gibt er Kraft und Energie, er ist warm und beschützend, sorgt für Geborgenheit. Er kann die Liebe stärken und lässt uns selbstbewusst eigenen Entscheidungen treffen.

Ihr könntet auch ein Ciabatta mit etwas Beifuß, Rosmarin und Samen der Brennnessel backen und gemeinsam bei Kerzenschein und einem Glas Wein genießen. Wirkung nicht ausgeschlossen!

Auch hier habe ich nur einen kleinen Teil über die „Mugwurz“ = „Machtwurz“ = Beifuß berichtet. Die Heilwirkung des Beifuß ist machtvoll (z.B. Moxakraut) und es ranken sich viele Bräuche und Geschichten um dieses wundervolle, bittere, aromatische Kraut, das übrigens in meinem Logo dargestellt ist.

Vielleicht habt Ihr mal Lust eine meiner Veranstaltungen zu besuchen (siehe Veranstaltungen auf der Homepage)

Eure Kathrin

Positive Psychologie

Die positive Psychologie ist ein wissenschaftliches Forschungsgebiet der Psychologie. Sie befasst sich mit dem positiven Erleben und Fühlen unseres Lebens.

„Die Wissenschaft vom gelingenden Leben!“

Das hört sich vielleicht im ersten Moment ziemlich abgehoben an, aber hier geht es einfach darum, wie wir z.B. unseren Stress oder unser negatives Befinden durch positives Denken und Handeln beeinflussen und so ein erfüllteres und glücklicheres Leben führen können.

Unsere Belastungen im Alltag nehmen zu und sind ein Grund dafür, dass wir uns gestresst fühlen. Ich glaube wir alle kennen das Gefühl, dass wir der Zeit „hinterher hecheln“, dass wir nach einem arbeitsreichen Tag nur noch auf unser Sofa fallen lassen, den Fernseher anschalten und glauben uns so entspannen zu können.

Wie reagieren wir im Allgemeinen auf Stress?

Stellt Euch mal eine belastende Situation vor, einen Stress, den ihr glaubt nicht ausweichen zu können. Wie verhaltet Ihr Euch? Was geht in Euch vor, was empfindet Ihr?

Unser aller Grundreaktion ist der Kampf oder die Flucht. Ist es uns nicht möglich zu kämpfen oder zu fliehen, dann: „Stell ich mich tot!“. Wir erstarren! Gelassenheit und Ruhe bewahren, da sind wir uns sicher einig, wären der bessere Weg. Positive Gefühle, wie z.B. Freude, Begeisterung, Zufriedenheit, Liebe… können unsere Stressgefühle positiv beeinflussen. Positive Emotionen kann man auch als „Weichmachergefühle“ bezeichnen.

Aber wie ist es uns möglich, diese Gefühle in unserem stressigen Alltag wahrzunehmen und anwenden zu können? Wie können wir lernen nicht gleich in den Kampf-, Fluchtmodus oder ins Erstarren zu rutschen? Die positive Psychologie hat da einige Tipps. Einen davon will ich Euch heute hier ans Herz legen.

„Der positive Tagesrückblick“ oder auch „Three good things“, „Count your Blessings“

Statt den Abend nur vor dem Fernseher oder PC etc. zu verbringen nehmt Euch Zeit den vergangenen Tag noch einmal Revue passieren zu lassen und erinnert Euch an drei positive Erlebnisse.

Vielleicht habt Ihr ein schönes, leeres Notizbuch in das ihr nun folgende Fragen beantwortet und aufschreibt.

„Was war heute schön gewesen, war hat mir gutgetan?“

„Was habe ich dazu beigetragen?“

Nehmt die drei schönen Erlebnisse des Tages wahr und spürt wie sich Eure Stimmung dadurch verändert.

Ich will Euch hier ein Beispiel geben:

„Was war schön heute?“             „Auf dem Weg zur Arbeit spürte ich die Sonne warm auf meinem Rücken“

„Was habe ich dazu beigetragen?“          „Ich bin in die Arbeit gelaufen und habe es bewusst wahrgenommen.“

Ich rat Euch diese Übung eine Woche lang auszuführen. Nehmt Euch am besten 5 Minuten vor dem Einschlafen dafür Zeit. Ich selbst habe ein Notizbuch und einen Stift auf meinem Nachtkästchen liegen.

In stressigen Zeiten hilft diese Übung sehr gut drei schöne Momente des Tages wahrzunehmen und die eigene Grundstimmung zu verbessern, den empfundenen Stress merklich zu reduzieren und den Umgang mit belastenden Situationen zu verändern.

Vielleicht wird dieses Buch Euer ganz persönliches Schatzkästchen. Gerne könnt Ihr mir Eure Erfahrungen schreiben. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Eure Kathrin Bliemel