Fogo Sagrado – Heiliges Feuer

Wenn ich Menschen erzähle, dass ein wichtiger Teil in meinem Leben Fogo Sagrado ist, ernte ich meist fragende Blicke. Diese schamanische, energetische Heilmethode ist bei uns wenig bekannt. Anders sieht es in Brasilien aus, denn von dort stammen die Ursprünge.

Über die Ursprünge könnt Ihr Euch genauer auf dem Fogo Sagrado Link auf meiner Homepage informieren. Nur kurz: Fogo Sagrado wird bei Indianern im brasilianischen Amazonasgebiet angewendet. Grundlage ist, dass bei allen Beschwerden sich zuerst die Seele auf den Weg der Heilung machen sollte.

Wir leben nicht im Urwald, wir haben andere Traditionen, andere soziale Strukturen, aber wir sind alle Menschen, mit den im Endeffekt gleichen Nöten und Sorgen. Unsere Gefühlswelt, unser Leiden unterscheidet sich nicht wirklich. Aloisyo Delgado Nascimento, ein Apotheker und Monica Oliveira, eine Physiotherapeutin, haben aus der ursprünglichen Form eine Therapieform entwickelt, die auch bei uns heilende Anwendung findet. Es brennt z.B. kein Lagerfeuer in meiner Praxis, aber eine Kerze. 😉

Fogo Sagrado heißt „heiliges Feuer“. Eine wärmende, heilende Flamme, die uns unterstützt, uns von negative Energien zu befreien.

Wichtig ist hier zu erwähnen, die Fogo Sagrado Therapie ist kein Ersatz für ärztliche oder heilpraktische Behandlungen. Keine dieser Behandlungen sollte daher unterbrochen werden. Fogo Sagrado kann uns aber z.B. helfen unsere Selbstheilungskräfte zu stärken, Blockaden, welcher Art auch immer, zu lösen… Auch hier findet Ihr mehr Informationen dazu auf meiner Homepage.

Was macht Fogo Sagrado so wichtig für mich? Es ist eine absolut wertfreie und absichtslose Therapieform. Sie ist geprägt von Wertschätzung, Achtsamkeit und hat keinen „erhobenen Zeigefinger“. Niemals wird auf irgendeine Weise versucht den bzw. die Patient*in zu beeinflussen.

Fogo Sagrado ist voller Lachen, Leichtigkeit und ist erdverbunden. Auch das ist für mich wichtig, denn ich lebe nun mal auf dieser wundervollen Erde mit all ihren Möglichkeiten und ihrer Schönheit.

Fogo Sagrado ist eine Heilmethode des Ausgleichens, des in Balance Bringens. Es kann uns unterstützen kraftvoll und aufrecht durch unser Leben zu gehen, unseren eigenen Weg zu leben.

Ich spreche da aus eigener Erfahrung, nicht nur als Therapeutin, sondern auch als Behandelte. Immer wieder bin ich erstaunt und verwundert, wie Fogo Sagrado mein Leben bereichert. Unaufdringlich, nicht spektakulär, eher ein „Huch, da war mal ein Problem? Wo ist das denn hin?“😉

Den genauen Ablauf einer Sitzung zu beschreiben würde hier diesen Rahmen sprengen, denn da gibt es viel zu erklären und es treten sicher Fragen auf. Aber falls es Euch interessiert, bieten mein Mann Michael und – oder ich Euch ein unverbindliches Vor-, bzw. Informationsgespräch an.

Die Kosten für eine Sitzung wären aktuell 100,00, das Informationsgespräch ist selbstverständlich kostenfrei.

Herzliche Grüße

Kathrin

Pflanzen der Liebe und Ekstase

„Hinter einem Hollerbusch gab sie ihrem Schatz ´nen Kuss. Roter Wein, weißer Wein, morgen soll die Hochzeit sein!“

Alte Gedichte, Lieder und Sprüche zeigen mal mehr, mal weniger, wie eng unser Liebesleben schon immer mit der aphrodisierenden Kraft der Natur verwoben ist. Der Holunder steht symbolisch für Geburt, Tod und Wiedergeburt. Bei dem obigen Spruch geht es natürlich um die Zeugung neuen Lebens, aber:

„Petersilie, Suppenkraut wächst in unsrem Garten. Mutter gib mir einen Mann, kann nicht länger warten.“ dann:

„Rosmarin und Thymian wächst in unserem Garten. Unser Ännchen ist die Braut, kann nicht länger warten.“

Die Lösung überlasse ich Eurem eigenen Kopfkino!

Ich denke solange es uns Menschen gibt, solange wird auch die liebessteigernde Kraft der Pflanzen verwendet. Die aphrodisierenden Wirkungen sind sanft auf uns abgestimmt. Sie wirken ausgleichend, durchblutungsfördernd, stimmungsaufhellend und vieles mehr. Sie können unser seelisches, körperliches und geistiges Wohlbefinden beeinflussen.

Hier geht es nicht um den „Knüppel aus dem Sack“ der synthetisch hergestellten Potenzmittel.

Die Liebespflanzen stimulieren unsere Sinne und unsere Fantasie. Nun aber will ich Euch zwei dieser erotisierenden Pflanzen vorstellen. Zwei, die ihr sicher kennt!

Gemeine Haselnuss Corylus avellana L.

„Baum der Verführung“

Die Hasel wird mit Sexualität und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Den Nonnen und Mönchen war es strengstens verboten gemeinsam unter einem Haselstrauch Zeit zu verbringen. Zu stark wäre die erotisierende Wirkung des Strauches, zu groß die Gefahr, dass die Frau den Ort mit einem „Mitbringsel“ verlässt.

Oberösterreichisches Sprichwort: „Man geht zu zweit hinter den Haselbusch und kommt zu dritt wieder hervor.“

Hildegard von Bingen schreibt über die Hasel: „Der Haselbaum ist ein Sinnbild der Wollust, zu Heilzwecken taugt er kaum, es sei denn als Mittel gegen Impotenz.“

Kinderlosen Eheleuten wurde geraten einen Haselzweig über das Bett zu hängen und einem Mädchen, das sich öfters mit verschiedenen Jungen traf, brachte man zum Maifest keine „Maien“ aus Birken oder Weißdorn, sondern einen Haselzweig. Einem vaterlosen Kind wurde nachgesagt, es sei der Haselstaude entsprungen. Daher soll auch der englische Frauenname „Hazel“ kommen.

Ich bin froh, dass wir Frauen uns hier nicht mehr rechtfertigen müssen, wie und ob wir Kinder bekommen wollen.

Ein Liebesorakel will ich Euch noch vorschlagen: Zu Samhain (Halloween, Nacht zum 1. November) sollte ein Liebespaar zwei Haselnüsse in die Glut werfen. Bleiben diese still liegen und verbrennen gemeinsam so deutet das auf eine glückliche Partnerschaft hin. Zerplatzen die Haselnüsse allerdings, wird die Liebe vielleicht stürmisch, aber kurz oder unglücklich.

Aber was ist denn nun dran an der Liebeskraft der Haselnuss?

Da sag ich erstmal „Kopfkino!“ – aber nicht nur!

Die Hasel hat eine stimulierende Wirkung auf die gesamte Bauch-, und Beckenregion. Bestimmte Aminosäuren (z.B. L-Arginin, in den Nüssen) sollen die Durchblutung speziell in den Schwellkörpern des Penis steigern. Eine Räucherung mit den Blättern fördert die Durchblutung des weiblichen Beckens und der Genitalien.

Haselnussöl wird eine luststeigernde Wirkung nachgesagt. Vielleicht wäre die Herstellung eines schönen Massageöls ein gute Wahl. Aphrodisierende ätherische Öle sind z.B.: Jasmin, Neroli, Palmarosa, Patchouli, Pfeffer, Rose, Ylang-Ylang, Zimt und noch einige mehr. Achtet bitte beim Kauf auf eine gute Qualität der Öle.

Es ist also schon was dran an dem „Baum der Verführung“.

Es gäbe noch viel Interessantes über die Haselnuss zu berichten, als Schutzpflanze, Orakelpflanze, Hilfe beim Übergang in andere Dimensionen, Richterstäbe, Haselruten, Haselwurm… Die Hasel ist vielfach verwendbar.

Gemeiner Beifuß Artemisia vulgaris

Der Beifuß ist die Pflanze der Artemis, der griechischen Göttin der Jagd, des Mondes, sie ist die Beschützerin der Frauen, Gebärenden und der Kinder. Artemis ist eine unabhängige, freie Göttin die uns Frauen unterstützen kann voller Selbstbewusstsein die eigenen Ziele zu verwirklichen. Sie fühlt sich auch ohne Mann „vollständig“

Der Beifuß symbolisiert die Fruchtbarkeit und ist eine sehr wichtige Frauenpflanze. Man glaubt, dass er das sexuelle Verlangen der Frau steigern kann. Die Frau lebt ihre freie, erfüllte Sexulalität.

Einen alten Brauch gibt es zur Sommersonnwendfeier. Nur mit einem Gürtel aus Beifuß sprangen und tanzten die Menschen um das Feuer. Naja nicht ganz nackt. Auf dem Kopf trugen sie einen Kranz aus hellsichtig machenden Kräutern, wie z.B. dem Gundermann. Die Kräuter förderten die Freude und die rituelle Ekstasefähigkeit…    Im Anschluss wurde der Beifußgürtel dem Feuer übergeben und somit sollte man das ganze Jahr vor Krankheiten geschützt sein.

Es heißt auch, der Beifuß soll den Lenden die Kraft des Donnergottes geben und den weiblichen Schoß öffnen.

Der Beifuß hat eine verdauungsfördernde, wärmende und entkrampfende Wirkung. Letztere beiden Eigenschaften machen ihn zu einem wunderbaren Liebeskraut. Allerdings dürfen Schwangere ihn aufgrund seiner wehenauslösenden Wirkung nicht verwenden.

Er bringt die Glut in die Beckenregion und kann das sexuelle Verlangen steigern.

Als Räucherkraut gibt er Kraft und Energie, er ist warm und beschützend, sorgt für Geborgenheit. Er kann die Liebe stärken und lässt uns selbstbewusst eigenen Entscheidungen treffen.

Ihr könntet auch ein Ciabatta mit etwas Beifuß, Rosmarin und Samen der Brennnessel backen und gemeinsam bei Kerzenschein und einem Glas Wein genießen. Wirkung nicht ausgeschlossen!

Auch hier habe ich nur einen kleinen Teil über die „Mugwurz“ = „Machtwurz“ = Beifuß berichtet. Die Heilwirkung des Beifuß ist machtvoll (z.B. Moxakraut) und es ranken sich viele Bräuche und Geschichten um dieses wundervolle, bittere, aromatische Kraut, das übrigens in meinem Logo dargestellt ist.

Vielleicht habt Ihr mal Lust eine meiner Veranstaltungen zu besuchen (siehe Veranstaltungen auf der Homepage)

Eure Kathrin

Positive Psychologie

Die positive Psychologie ist ein wissenschaftliches Forschungsgebiet der Psychologie. Sie befasst sich mit dem positiven Erleben und Fühlen unseres Lebens.

„Die Wissenschaft vom gelingenden Leben!“

Das hört sich vielleicht im ersten Moment ziemlich abgehoben an, aber hier geht es einfach darum, wie wir z.B. unseren Stress oder unser negatives Befinden durch positives Denken und Handeln beeinflussen und so ein erfüllteres und glücklicheres Leben führen können.

Unsere Belastungen im Alltag nehmen zu und sind ein Grund dafür, dass wir uns gestresst fühlen. Ich glaube wir alle kennen das Gefühl, dass wir der Zeit „hinterher hecheln“, dass wir nach einem arbeitsreichen Tag nur noch auf unser Sofa fallen lassen, den Fernseher anschalten und glauben uns so entspannen zu können.

Wie reagieren wir im Allgemeinen auf Stress?

Stellt Euch mal eine belastende Situation vor, einen Stress, den ihr glaubt nicht ausweichen zu können. Wie verhaltet Ihr Euch? Was geht in Euch vor, was empfindet Ihr?

Unser aller Grundreaktion ist der Kampf oder die Flucht. Ist es uns nicht möglich zu kämpfen oder zu fliehen, dann: „Stell ich mich tot!“. Wir erstarren! Gelassenheit und Ruhe bewahren, da sind wir uns sicher einig, wären der bessere Weg. Positive Gefühle, wie z.B. Freude, Begeisterung, Zufriedenheit, Liebe… können unsere Stressgefühle positiv beeinflussen. Positive Emotionen kann man auch als „Weichmachergefühle“ bezeichnen.

Aber wie ist es uns möglich, diese Gefühle in unserem stressigen Alltag wahrzunehmen und anwenden zu können? Wie können wir lernen nicht gleich in den Kampf-, Fluchtmodus oder ins Erstarren zu rutschen? Die positive Psychologie hat da einige Tipps. Einen davon will ich Euch heute hier ans Herz legen.

„Der positive Tagesrückblick“ oder auch „Three good things“, „Count your Blessings“

Statt den Abend nur vor dem Fernseher oder PC etc. zu verbringen nehmt Euch Zeit den vergangenen Tag noch einmal Revue passieren zu lassen und erinnert Euch an drei positive Erlebnisse.

Vielleicht habt Ihr ein schönes, leeres Notizbuch in das ihr nun folgende Fragen beantwortet und aufschreibt.

„Was war heute schön gewesen, war hat mir gutgetan?“

„Was habe ich dazu beigetragen?“

Nehmt die drei schönen Erlebnisse des Tages wahr und spürt wie sich Eure Stimmung dadurch verändert.

Ich will Euch hier ein Beispiel geben:

„Was war schön heute?“             „Auf dem Weg zur Arbeit spürte ich die Sonne warm auf meinem Rücken“

„Was habe ich dazu beigetragen?“          „Ich bin in die Arbeit gelaufen und habe es bewusst wahrgenommen.“

Ich rat Euch diese Übung eine Woche lang auszuführen. Nehmt Euch am besten 5 Minuten vor dem Einschlafen dafür Zeit. Ich selbst habe ein Notizbuch und einen Stift auf meinem Nachtkästchen liegen.

In stressigen Zeiten hilft diese Übung sehr gut drei schöne Momente des Tages wahrzunehmen und die eigene Grundstimmung zu verbessern, den empfundenen Stress merklich zu reduzieren und den Umgang mit belastenden Situationen zu verändern.

Vielleicht wird dieses Buch Euer ganz persönliches Schatzkästchen. Gerne könnt Ihr mir Eure Erfahrungen schreiben. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Eure Kathrin Bliemel

Vogelmiere – Stellaria media

Vor vielen Jahren, ich lebte zu dieser Zeit noch in Aufseß, in der schönen Fränkischen Schweiz, schrieb ich die folgende kurze Geschichte über Stella. Wie bei fast allen meinen Kurzgeschichten oder Märchen lag das betreffende Kraut neben mir. Die Geschichten schreiben sich dann fast von selbst, ich muss nur zuhören und aufschreiben. Nach der Geschichte findet Ihr noch viele interessante Informationen über Stellaria media.

Ich habe es ja gesagt

„Herzlichen Glückwunsch!“, die Nachbarin versuchte ein begeistertes, gerührtes Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern. Es misslang ihr völlig. Sie schaffte es gerade noch, nicht total entsetzt in die Wiege zu starren. Das Neugeborene war winzig. „Ein so kleines Menschlein kann doch gar nicht überleben.“, dachte sie und versuchte vergeblich ihre Gedanken zu verbergen.

 „Danke!“, Lene strahlte von Glück und lächelte insgeheim über die andere Frau. Sie war es gewohnt, dass die Leute sich seltsam ihr gegenüber verhielten. Ihr Kind war klein, na und! Die junge Frau konnte sich nicht satt sehen an dem kleinen, vollkommenen Wesen, dass ihrem Leib entsprungen war. Es war alles dran, was ein Menschenkind brauchte.

Zwei Hände mit zierlichen Fingern und Füße mit winzigen Zehen, strahlende, helle Augen, eine kitzekleine Nase und ein süßes Mündlein. Ohren, die wie Lene meinte, schon jetzt alles hörten.

Die Nachbarin sah das alles nicht, sie sah nur wie winzig dieses Wesen war.

„Die Augen sind so hell, sicher ist das Kind blind.“, Mitleid und ein klein wenig Schadenfreude erfüllte sie. An Lene gewandt sagte sie: „Sie ist wirklich wunderschön. Wie soll sie heißen?“ Lene antwortete ruhig: „Stella.“. Die ältere Frau nickte und nahm ihre Tasche von der schlichten Holzbank die neben der Wiege stand. „Nun, ich will nicht weiter stören“, sprach sie, „Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.“.  „Schön, dass du uns besucht hast und ich danke dir herzlich für das schönen Tuch.“   „Gern geschehen.“, mit einem unehrlichen Lächeln verabschiedete sich die ältere Frau.

Sie lief schnurstracks ins nächsten Haus und klopfte an die Tür. Annemarie öffnete ihr: „Hallo Luise, komm rein. Warst du zum Glückwunschbesuch bei der kleinen Medias?“  „Ja!“, Luise trat ein, folgte ihrer Freundin in die behagliche Wohnküche und setzte sich. „Ich bin entsetzt! Du hattest völlig recht, Annemarie. Dieses Kind, Stella soll sie übrigens heißen. Was ist das für ein ausländischer Name, Stella. Na ja, eh egal. Dieses Kind ist so klein und winzig, es wird sowieso nicht überleben.“. „Ich hab es dir ja gesagt. Aber das wird auch besser so sein.“, Annemarie setzte eine Kessel Wasser zum Kochen auf den Herd: „Was kann man schon anderes erwarten. Es kam noch nie etwas Gutes aus dieser Familie. Ein uneheliches Kind sollte erst gar nicht geboren werden. Das ist meine Meinung. Ich sagte schon im Herbst, du weißt, da gab es viele Haselnüsse, ich sagte schon damals, da kommt was auf uns zu. Ich kann nur hoffen, dass das kein schlechtes Omen ist.“. „Ganz deiner Meinung.“, stimmte ihr Luise eifrig zu: „Und wie stolz diese Person ihre Missgeburt ansieht. Jede anständige Frau würde sich schämen, den ´Bankert`der Welt zu zeigen. Na ja, wie ich schon immer sagte: Unkraut bekommt Unkraut.“

Lene war glücklich. Stella nuckelte zufrieden an ihrer Brust. Das zarte Kind hatte einen großen Lebenshunger, das spürte Lene und streichelte Stella über das flaumige Haar.

Weh, tat nur der Gedanke an Martin. Martin, der letzten Sommer auf einem Feld in der Nähe vom Blitz erschlagen wurde. Er wusste damals noch nicht einmal, dass er Vater werden würde. Keiner ahnte wie sehr sie sich liebten, keiner bemerkte das sie sich heimlich trafen. Er wollte zwar bald mit seinen Eltern darüber sprechen, dann war es aber zu spät. Zu spät für ihn und für sie.

Sie war eine junge Frau, die mehr schlecht als recht vom Verkauf ihrer selbst gezogenen Kräuter und Gemüse leben konnte. Ihre Eltern waren im vorletzten Winter gestorben und hatten ihr das kleine Häuschen in dem sie wohnte und den wundervollen Garten hinterlassen. Martin dagegen war der Sohn des Apothekerehepaars im nächsten größeren Ort. Er war die große Hoffnung seiner Eltern und sein Tod war ein großes Unglück für die beiden. Martin war ihr einziges Kind. Als Lene bemerkte, dass sie von Martin ein Kind bekommen würde, war sie sich sicher, dass ihr niemand glauben würde, dass Martin der Vater wäre. Deshalb sprach sie nie mit Niemanden über Stellas Vater.

Stella, so klein und zierlich sie auch war, gab ihr ein Stück Martin zurück. Sie würde es auch allein schaffen. Auf die Hilfe der Nachbarn brauchte sie nicht zu hoffen. Sie selbst war seit ihrer Geburt in dieser Dorfgemeinschaft nur geduldet. Man ließ sie leben.

Stella überlebte, trotz Unkenrufen und abschätzender Blicke. Im Gegenteil, sie strotzte nur so vor Gesundheit. Keine Krankheit schien stark genug, ihr irgendetwas anhaben zu können. Zwar war sie immer noch kleiner als ihre Altersgenossen in der Nachbarschaft, aber stur weigerte sie sich kränklich oder schwächlich zu sein. Lene beobachtete stolz, wie ihre Tochter kraftvoll und zäh durchs Leben schritt. Sie hatten beide nicht viel zum Leben, trotzdem glänzte Stellas Haar stets frisch und ihre Haut war ohne Makel. Stellas helle Augen strahlten wie Sterne. Diese Augen, die keineswegs blind waren, waren den Nachbarn unheimlich und immer ein Grund für seltsame Mutmaßungen. Aber auch diese prallten an Stella ab.

Es war ein besonders heißer Sommer, alle stöhnten unter der Hitze, die kein Ende zu nehmen schien. Die Körner auf dem Feld verbrannten in den Ähren. In den Gärten verdorrte das Gemüse und wenn nicht bald Regen käme, würde den Dorfbewohnern ein schwerer und karger Winter bevorstehen. Einzig der Garten von Lene und Stella, die schon 15 Jahre zählte, schien die Hitze besser zu vertagen. In der Nachbarschaft wurden deshalb die bösen und misstrauischen Stimmen immer lauter.

„Wie kann das sein?“, fragte die Nachbarin ihre Nachbarin: „Bei uns verglüht die Ernte und bei denen,“, sie wies mit dem Kinn auf Lenes Haus: „bei denen, in diesem ungepflegten Garten, wo alles überwuchert ist, scheint es trotz dieser Hitze reiche Ernte zu geben. Jeden Tag haben sie frisches Grün auf dem Tisch. Ich habe es genau gesehen. Ich sage dir, das geht nicht mit rechten Dingen zu.“ Die Nachbarin nickte: „Annemarie, du weißt doch, dass keiner je erfahren hat, wer Stellas Vater ist. Ich glaube langsam, der Teufel hat da seine Hand im Spiel. Wir sollten auf der Hut sein. Das kann nur Unglück bringen.  Ich sage dir, schon längst hätten wir sie vertreiben sollen.“.  Annemarie schüttelte den Kopf und beschwichtigte ihre aufgeregte Freundin: „Ich kann nicht glauben, dass sie etwas mit dem Wetter zu tun haben. Ich meine, ich mag sie nicht besonders und diese Stella ist unheimlich, aber sind wir doch mal ehrlich, sie haben noch nie jemanden wirklich geschadet. Im Gegenteil, letzten Winter, du erinnerst dich vielleicht, als ich diese schwere Erkältung hatte, jeden Tag brachte mir Lene einen Tee gegen meinen schlimmen Husten und der hat geholfen ihn zu vertreiben.“. „Alles Berechnung!“, beharrte Luise hartnäckig: „Du bist zu leichtgläubig.“

Zur selben Zeit fuhr die Kutsche des Apothekerehepaars Vogel durchs Dorf. Der Apotheker wollte mit seiner Frau wieder einmal in die nächste Stadt zu einem ärztlichen Spezialisten fahren. Die Apothekerin war seit langer Zeit geschwächt und keiner fand den Grund dafür. Angefangen hatte ihr Leiden mit dem Tod ihres Sohnes, den sie nie verarbeitet hatte. Ihre Trauer war nach all den Jahren noch groß. Nichts schien ihr helfen zu können. Sämtliche Pillen und Mittelchen versagen ihren Dienst.

Die Kutsche polterte über den ausgetrockneten Weg und als sie gerade an Lenes Haus vorüber fuhr blieb das Rad in einer Furche stecken und brach. Stella, die gerade im Garten Wildkräuter sammelte, hob erschrocken den Kopf. Sie stellte ihren Sammelkorb ab und rannte flink zur Kutsche. Das Ehepaar stieg aus und besah sich den Schaden. „Kann ich helfen?“, fragte Stella höflich.  Herr Vogel bemerkte Stella und was er sah gefiel ihm sehr: „Ich muss mich um einen Handwerker kümmern, der uns helfen kann. Meine Frau verträgt die Sonne nicht. Es wäre sehr freundlich von dir, wenn sie in eurem Haus auf mich warten könnte.“ „Selbstverständlich, sehr gerne. Frau Vogel, wollen sie mit mir kommen?“, wandte sich Stella an die erschöpft wirkende Frau, die Stellas Hilfe nur zu gerne in Anspruch nahm. Das Mädchen half ihr ins Haus.

Müde setzte sich Frau Vogel an den einfachen hölzernen Küchentisch. Stella stellte ihr ein Glas Wasser auf den Tisch, das die Apothekerin dankbar annahm und durstig austrank. „Ich muss noch einmal in den Garten gehen und die Kräuter für das Mittagessen holen. Darf ich sie zum Essen einladen? Es gibt nichts Besonderes, nur Kartoffeln und Kräuterquark. Aber es reicht für uns alle.“, erklärte Stella. Die Besucherin sah sich in der ärmlichen, aber trotzdem gemütlichen Behausung um. Hier wirkte alles so warm und freundlich. Eine solche Einladung abzuschlagen wäre unhöflich gewesen, egal wie arm der Gastgeber war. Deshalb sagte sie: „Danke, mein Kind, ich esse sehr gerne mit euch.“

Stella pflückte die Kräuter im Garten, kam zurück und stellte den Korb auf den Tisch. Der Korb war voll mit einem zarten, knackigen Kraut. Neugierig nahm die Apothekerin ein Pflänzchen in die Hand und betrachtete es interessiert. Es hatte kleine Blätter, die stets gegenüber wuchsen. Immer zwei gegenüber an einen lagen, dünnen Stängel. Die winzigen, weißen Blüten sahen aus wie Sterne. Die Pflanze wirkte, selbst bei dieser Hitze, frisch und knackig. Frau Vogel hatte sie schon öfters gesehen, wäre aber nie auf den Gedanken gekommen, sie zu sammeln, oder zu essen. „Was hast du da gesammelt? Kann man das wirklich essen?“, wollte sie von Stella wissen.

Das Mädchen lachte: „Das ist die Vogelmiere. Ein Unkraut, dass eigentlich überall wächst. Es wird nur meist ausgerissen und weggeworfen. Wir essen es lieber auf aber lassen immer genug auf den Beeten stehen. Vogelmiere ist sehr gesund und kraftvoll. Außerdem hält es die Feuchtigkeit länger in den Beeten, weil die Sonne dann weniger leicht die Erde austrocknen kann.“. Frau Vogel wunderte sich: „Du bist dir sicher, dass man das essen kann?“. „Ja,“, antwortete Stella: „es schmeckt auch lecker. Probieren sie mal!“. Vorsichtig biss die Frau in ein kleines Blatt und lächelte: „Tatsächlich, es erinnert mich ein wenig an jungen Mais. Was machst du jetzt damit?“.  „Ich gebe es mit den anderen Kräutern in den Quark. Aber wir verfeinern damit auch viele andere Speisen.“, erklärte Stella.

Das Mädchen war gerade dabei die Kräuter für den Quark klein zu schneiden, als die Tür aufging und Lene in die Küche trat.. Wie angewurzelt blieb sie stehen und starrte fassungslos die Besucherin an, hatte sich aber schnell wieder unter Kontrolle. „Frau Vogel, das ist aber eine Überraschung. Was verschafft uns die Ehre ihres Besuchs.“ wandte sie sich überrascht an die Apothekerin. „Unsere Kutsche hatte direkt vor ihrem Haus einen Radbruch und ihre nette Tochter hat mich herein gebeten und zum Essen eingeladen. Ich hoffe, das geht in Ordnung und ich störe sie nicht.“ antwortete Frau Vogel.  Lene lächelte: „Nein, ich freu‘ mich. Sie sind uns herzlich willkommen.“.

Bald saßen die drei Frauen zusammen beim Essen und waren in eine lebhafte Unterhaltung vertieft. Frau Vogel war eine sehr nette Frau und sie spürte, dass es ihr in diesem einfachen Haus, so gut, wie seit langen nicht mehr, ging. Das schlichte Mahl schmeckte ihr und ihre alte Kraft kehrte ein wenig zurück. „Das sind wirklich zwei außergewöhnliche und liebenswerte Menschen. Sie teilen das wenige, das sie haben ohne zu zögern mit einer wildfremden Frau.“, dachte sie: „Das Mädchen erinnert mich an meinen Martin. Er war auch so freundlich und offen gewesen.“ Der Gedanke an seinen viel zu frühen Tod ließ ihr Tränen in die Augen steigen. Lene bemerkte es, drückte der älteren Frau beruhigend die Hand und sah sie nachdenklich an.

„Ich dachte eben an meinen verstorbenen Sohn. Ihre Tochter erinnert mich an ihn. Sie scheint seinem Wesen so ähnlich zu sein. Selbst ihr Lächeln und die Art wie sie ihr Haar aus der Stirn streift ist das Selbe.“, erklärte Frau Vogel Lene. „Auch ich vermisse Martin immer noch sehr, aber durch Stella ist er immer bei mir. Sie haben Recht, vieles an ihr gleicht ihm.“, sagte Lene schlicht.

Die Apothekerin starrte Lene an, blickte auf die verwunderte Stella und begriff.

„Warum?“, fragte sie. „Wer hätte mir geglaubt? Sehen sie sich doch hier um.“, meinte Lene „Von was redet ihr? Ich verstehe kein Wort.“ wollte Stella wissen, „Mama, Martin hieß doch Papa, oder?“ Frau Vogel sah Stella an: „Ich glaube ich bin deine Großmutter. Martin war mein Sohn.“ Lene nickte und Frau Vogel stand langsam auf , Tränen perlten ihr die Wangen herab und sie umarmte die staunende Stella liebevoll.

Sie weinte vor Glück und auch Lene und Stella konnten ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.

Es gab viel zu erzählen und zu erklären. Die Zeit verging, wie so oft, wenn man glücklich ist, sehr schnell und plötzlich stand der Apotheker im Raum. Die Frauen waren so in ihr Gespräch vertieft gewesen, dass sei sein Klopfen nicht gehört hatten. Verwundert betrachtete er die Frauen. Er glaubte seine Frau nicht mehr zu erkennen. Sie strahlte vor Glück und streichelte die Hand des jungen Mädchens, hielt sie fest als wolle sie sie nie mehr loslassen. „Ähm.“, räusperte er sich. Frau Vogel sah auf: „Peter,“, rief sie: „gut das du da bist. Du ahnst nicht, was ich gerade erfahren habe. Schau dir Stella mal genauer an.“ Herr Vogel betrachtete die lächelnde Stella, sie kam ihn irgendwie bekannt vor und plötzlich, als sich Stella, unbewusst eine Strähne ihrer Haare aus dem Gesicht strich, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Stella hatte nicht nur Ähnlichkeit mit seinem Sohn, sondern er erkannte auch Züge seiner Frau in ihren jungen Jahren in ihr.  „Martin!“, murmelte er fassungslos. „Ja,“, lachte Frau Vogel: „Peter, das ist unsere Enkeltochter. Wir haben eine Enkeltochter. Das ist das schönste Geschenk meines Lebens. Zu wissen, dass Martin, uns nicht ganz verlassen hat.“ „Darf ich dich in den Arm nehmen?“ fragte der ältere Mann das Mädchen. Stella sprang auf und fiel ihren Großvater um den Hals.

„Ich habe es ja immer gewusst.“, sage die Nachbarin. „Stellas Vater musste jemand besonderes sein. Habe ich das nicht immer gesagt? Das sah man doch an diesen strahlenden Augen und der zarten Erscheinung. Ich hab es ja gesagt, stimmts?“

„Ja, ja!“, antwortete die Nachbarin.

Ergänzung

Wie Stella ist auch die Vogelmiere – Stellaria media ein zartes, frisches Geschöpf mit einer unverwüstlichen Lebensenergie. Wenig bewusst beachtet wird sie meist als Unkraut aus den Beeten im Garten entfernt. Dabei ist dieses unscheinbare Kräutlein ein wahrer Riese.

Ein einziges Pflänzchen bildet pro Jahr zwischen 10 000 und 20 000 Samen. Eine beachtliche Leistung, oder? Die Samen überleben bis zu 60 Jahren in der Erde und keimen schon bei geringen Temperaturen unter der Schneedecke. Zunehmend entwickelt die Vogelmiere auch eine Resistenz gegen Herbizide. Mit Trockenheit kommt sie meist besser zurecht als viele andere Kräuter, denn sie versorgt sich nicht nur über ihr Wurzelwerk mit Wasser, sondern holt sich das kostbare Gut auch mit Hilfe der feinen Häärchen am Stängel.

Auch die Inhaltsstoffe haben es in sich. Kupfer, Eisen, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor, Vitamin C, Provitamin A, Kieselsäure, Saponine sind nur Beispiele für ihre „Innere Vielfalt“.

Wer sie bei sich im Garten entdeckt kann sich glücklich schätzen und sollte sie nicht als Unkraut, was immer das auch sein soll, ausrotten. Die Vogelmiere ist eine Pionierpflanze und hilft die Bodenqualität zu verbessern. Sie schützt den Boden vor Austrocknung und starken Regengüssen. Ihre Samen sind eine gehaltvolle Futterquelle für kleine Vögel und der Nektar der kleinen, weißen Blüten ernährt kurzrüsslige Insekten.

Ich liebe es mit der Vogelmiere meinen Salat, den Quark, die Kräuterbutter, die Suppe… geschmacklich und gesund zu bereichern. Apropos Geschmack, der erinnert an jungen Mais. Probiert sie mal selbst.

Auch in der Heilkunde ist die Vogelmiere wirksam. So empfahl Pfarrer Sebastian Kneipp sie als „Lungenkraut“. Hier wirkt sie schleimlösend und erleichtert das Husten. Die Vogelmiere regt die Verdauung und den Stoffwechsel an. So ist es nicht verwunderlich, dass sie eine reinigende und positive Wirkung auf unseren Körper hat. Nieren- und Blasenbeschwerden, Rheuma und Hautprobleme sind hier nur ein Beispiel ihrer Wirkungsbreite. Nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich wird sie in der Naturheilkunde, bei verschiedenen Hauterkrankungen als Salbe oder mit Umschlägen verwendet, z.B. bei Ekzemen und Psoriasis (hier verwendet man am Besten den frischen Presssaft). Die Salbe soll auch bei Hämorrhoiden helfen.

Außerdem soll die Salbe „den Teufel austreiben“. Da sag ich nur: „Zum Teufel mit den Hämorrhoiden!“ 😉

Ich staune immer wieder, welche Kraft und Energie in den oft so wenig beachteten Dingen steckt. Egal ob Kräuter, Tiere, Menschen oder auch nur kleine Augenblicke, kleine Momente, sie sind oft so unendlich wertvoll.

Frühlingstagundnachtgleiche

Warm streichelt die Sonne über meinen Rücken. Ich suche die ersten wilden Kräuter in meinem Garten. Scharbockskraut, Brennnessel, Bärlauch, Giersch, Taubnessel, Gänseblümchen, Veilchen – sind nur ein kleiner Teil. Die Auswahl ist dieses Jahr, Ende März, schon reichlich. Leicht kann man die kleinen, zarten Blättchen übersehen. Da heißt es in die Knie gehen.

Die Mutter Erde hat ihren ganz eigenen Geruch. Ich rieche noch den Winter und die Kälte, ich rieche die langsam wärmer werdende Erde, die Kraft der Kräuter. Die Zitronenmelisse verströmt ihren Duft schon beim leichten berühren. Dagegen muss ich die winzigen Blättchen des Gundermanns etwas quetschen damit ich sein unverkennbares Aroma riechen kann.

Ich bin dankbar für dieses Erleben. Die Sonne spüren, die Gerüche dieser Zeit wahrnehmen, die frischen Kräuter schmecken, natürlich nasche ich beim Sammeln, die Farben der Krokusse, der Narzissen und der Blausterne. Auch ein Zitronenfalter flattert mir ins Blickfeld. Ich höre das Singen der Vögel und schließe kurz die Augen.

Nur von kurzer Dauer. Der Wind frischt auf, treibt dunkle Wolken heran, die Sonne verdeckt, es wird kühler und stürmisch. Regen, kleine Hagelkörner – ein Segen für die Natur. Die Gewissheit, dass die Sonne bald wieder hervorspitzen wird.

Frühlingstagundnachtgleiche

Die Helligkeit gewinnt an Macht – dem Osten zugeordnet. Frühlingsstürme blasen Altes und Verbrauchtes fort, wirbeln das welke Laub des letzten Herbstes über die Wiese.

Sturm und Drangzeit, Zeit des Neuanfangs, Zeit der Kreativität!

Vogelzwitschern, erste Knospen, zartes Grün, erste Liebe – eine kraftvolle Zeit.

Ich frage mich, wie erlebe ich diese Zeit ganz persönlich? Wie kann ich ihre Qualität für mich nutzen? Was ist sinnvoll? Was gibt es zu tun?

Es ist ein guter Moment etwas Neues zu beginnen oder Altes wiederzuentdecken.  Malen, Schauspiel, Kurse belegen, vielleicht ein neues Beet anlegen…

Es ist aber auch eine Zeit des klugen Handelns, der Weisheit. Sich sinnvoll zu engagieren, das wäre eine Möglichkeit.

Wir leben in einer stürmischen Zeit. Altes, so sicher Geglaubtes, wird umhergewirbelt, lässt sich nicht halten. Neues entsteht. Ich glaube wir sollten mutig voranschreiten, weise und klug handeln. Achtsam und dankbar sein. Dankbar für das was wir haben!

Dankbarkeit empfinden hat für mich etwas mit Weisheit zu tun, denn ich kann nicht gleichzeitig, im selben Moment, dankbar sein und hassen, dankbar sein und Krieg führen, dankbar sein und neidisch sein…

Echte Dankbarkeit, tief im Herzen, lässt keinen Platz für destruktive Gefühle.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Frühling, stürmisch, voller Wärme, voller Zuversicht und natürlich wünsche ich Euch Dankbarkeit im Herzen.

Eure Kathrin

Brigid – Lichtmess – Imbolc – 1. Jahreskreisfest

Zum ersten Mal feierten wir in meiner neuen Praxis das Jahreskreisfest Brigid. Es ist das erste der acht Feste im Jahresverlauf und steht symbolisch für den Neubeginn.
Brigid ist die große, keltische Göttin des Lichts und des Feuers, der Inspiration und Weissagung, der Heilkunst und der Goldschmiedekunst. Um das Jahr 450 n. Chr. wurde aus der Göttin die christliche Heilige Brigid, die Schutzpatronin Irlands.
Während einer geführten Meditation war es den Teilnehmerinnen möglich sie zu besuchen und Inspirationen für die eigene Zukunft zu erkennen.
Imbolc steht für das Lebensalter zwischen 10 und 15 Jahren. Wir erinnerten uns an diese Zeit, an die Gefühle, an das Erlebte, die Lebensphase der Pupertät und den Eintritt in den Kreis der gebärfähigen Frauen. Wie das Wetter im Februar war diese teilweise stürmisch, voller Neugierde auf das Leben und aufsässig. Aber auch Selbstzweifel und Unsicherheiten erfüllten die reiche Gefühlswelt.
So empfinden wir immer noch Jahr für Jahr in dieser Zeit oft Antriebslosigkeit und Trübsinn, aber wir spüren auch, wie unsere innere Energie an Kraft gewinnen kann, so wie es nun Tag für Tag länger hell wird. Der Frühling ist an manchen Tagen schon fühlbar und die Vögel locken ihn lautstark herbei. Eine gute Zeit neue Pläne zu schmieden, neue Ideen zu finden. Vielleicht steht ein neues Projekt in den Startlöchern.
Wie der Frühlingswind alte Verkrustungen und die Kälte des Winters wegbläst, so machten wir gemeinsam Platz für das Kommende.
Lasst uns nun neue Möglichkeiten erkunden, Grenzen überwinden und unser Leben in unsere eigenen Hände nehmen.

Ankommen

Vor einer Woche habe ich meine Praxis offiziell eröffnet. Nun habe ich einen wundervollen Ort an dem ich wirken kann. Ich fühle mich hier sehr wohl und empfinde mich selbst nach einem langen Arbeitstag immer noch kraftvoll und energiegeladen.

Genau der richtige Platz um erfüllt arbeiten zu können, zu heilen und der Seele Raum zu geben.

Mitten im hektischen Treiben ein Ort der Ruhe. Mitten in einer Zeit des oft hilflosen Fragens ein Ort der Stabilität. Ein Raum der Dich so nimmt wie Du bist, der Dich aufatmen lässt.

Ich fühle mich beschenkt hier arbeiten zu dürfen und freue mich immer wieder darauf.

/Immer wenn Krampf entsteht und Schmerz, bist Du auf dem falschen Weg. Du musst immer der Schönheit folgen und dem aufrichtigen Gefühl. „Die Haselnuss“ – Svenja Zuther/

Wildkräuterexkursion

Heute war für mich ein besonderer Tag – meine erste Wildkräuterführung in Mittelfranken. Bisher war ich in Oberfranken unterwegs.

Trotz Regen – ein Regenguss hat uns voll erwischt, war die Stimmung bis zum Schluss gut. Es ist so wundervoll netten und interessierten Menschren die einzigartige Welt der „Wilden Kräuter“ nahe bringen zu dürfen. Auch für mich ist es immer wieder ein neues Erleben und Einlassen auf die unterschiedlichsten Menschen.

Danke dieser netten Truppe, es hat Spaß mit Euch und Eueren klugen, aufmerksamen Kindern gemacht.

Neben vielen tollen, interessanten Kräutern, Wildfrüchten und -gemüse fanden wir den roten Holler – den Traubenholunder Sambucus racemosa. Anders als sein schwarzer Bruder, der schwarze Holunder Sambucus nigra, sucht er nicht die Nähe des Menschens, sondern wächst u.a. an Waldrändern und -lichtungen. Sein Blütenstand ist eiförmig und er blüht bereits Anfang April. Die roten Früchte kann man im Juli ernten. Wichtig ist, dass man die Beeren niemals roh verzehren darf. Besonders die Steinchen sind giftig und müssen entfernt werden. Einen leckeren Saft erhält man mit Hilfe der Dampfentsaftung. Mit Orangensaft gemischt erinnert mich der Geschmack an Campari orange – ohne Alkohol.

Ich freue mich schon auf künftige Führungen in den unterschiedlichsten Jahreszeiten mit vielen weiteren tollen Menschen.

Jetzt geht es los

Jetzt ist es soweit, ich eröffne meine Praxis am 1. Juni 2020. Während „Corona“ unser aller Leben anders gestaltet.

Ich freue mich, dass ich starten kann. Hinter mir liegt eine Zeit voller Erfahrungen und Lernen und vor mir wahrscheinlich – hoffentlich auch. Immer begleitet und unterstützt von wunderbaren Menschen. Ich bedanke mich bei Euch von ganzem Herzen. Mein Dank gilt an erster Stelle natürlich meinem Mann Michael und meinen beiden Töchtern.

Wer sich für meine Angebote interessiert soll sich bitte nicht scheuen mich ganz unverbindlich zu kontaktieren um Näheres zu erfahren.

Ich bin schon neugierig auf Euch!

Eure Kathrin Bliemel