Vogelmiere – Stellaria media

Vor vielen Jahren, ich lebte zu dieser Zeit noch in Aufseß, in der schönen Fränkischen Schweiz, schrieb ich die folgende kurze Geschichte über Stella. Wie bei fast allen meinen Kurzgeschichten oder Märchen lag das betreffende Kraut neben mir. Die Geschichten schreiben sich dann fast von selbst, ich muss nur zuhören und aufschreiben. Nach der Geschichte findet Ihr noch viele interessante Informationen über Stellaria media.

Ich habe es ja gesagt

„Herzlichen Glückwunsch!“, die Nachbarin versuchte ein begeistertes, gerührtes Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern. Es misslang ihr völlig. Sie schaffte es gerade noch, nicht total entsetzt in die Wiege zu starren. Das Neugeborene war winzig. „Ein so kleines Menschlein kann doch gar nicht überleben.“, dachte sie und versuchte vergeblich ihre Gedanken zu verbergen.

 „Danke!“, Lene strahlte von Glück und lächelte insgeheim über die andere Frau. Sie war es gewohnt, dass die Leute sich seltsam ihr gegenüber verhielten. Ihr Kind war klein, na und! Die junge Frau konnte sich nicht satt sehen an dem kleinen, vollkommenen Wesen, dass ihrem Leib entsprungen war. Es war alles dran, was ein Menschenkind brauchte.

Zwei Hände mit zierlichen Fingern und Füße mit winzigen Zehen, strahlende, helle Augen, eine kitzekleine Nase und ein süßes Mündlein. Ohren, die wie Lene meinte, schon jetzt alles hörten.

Die Nachbarin sah das alles nicht, sie sah nur wie winzig dieses Wesen war.

„Die Augen sind so hell, sicher ist das Kind blind.“, Mitleid und ein klein wenig Schadenfreude erfüllte sie. An Lene gewandt sagte sie: „Sie ist wirklich wunderschön. Wie soll sie heißen?“ Lene antwortete ruhig: „Stella.“. Die ältere Frau nickte und nahm ihre Tasche von der schlichten Holzbank die neben der Wiege stand. „Nun, ich will nicht weiter stören“, sprach sie, „Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.“.  „Schön, dass du uns besucht hast und ich danke dir herzlich für das schönen Tuch.“   „Gern geschehen.“, mit einem unehrlichen Lächeln verabschiedete sich die ältere Frau.

Sie lief schnurstracks ins nächsten Haus und klopfte an die Tür. Annemarie öffnete ihr: „Hallo Luise, komm rein. Warst du zum Glückwunschbesuch bei der kleinen Medias?“  „Ja!“, Luise trat ein, folgte ihrer Freundin in die behagliche Wohnküche und setzte sich. „Ich bin entsetzt! Du hattest völlig recht, Annemarie. Dieses Kind, Stella soll sie übrigens heißen. Was ist das für ein ausländischer Name, Stella. Na ja, eh egal. Dieses Kind ist so klein und winzig, es wird sowieso nicht überleben.“. „Ich hab es dir ja gesagt. Aber das wird auch besser so sein.“, Annemarie setzte eine Kessel Wasser zum Kochen auf den Herd: „Was kann man schon anderes erwarten. Es kam noch nie etwas Gutes aus dieser Familie. Ein uneheliches Kind sollte erst gar nicht geboren werden. Das ist meine Meinung. Ich sagte schon im Herbst, du weißt, da gab es viele Haselnüsse, ich sagte schon damals, da kommt was auf uns zu. Ich kann nur hoffen, dass das kein schlechtes Omen ist.“. „Ganz deiner Meinung.“, stimmte ihr Luise eifrig zu: „Und wie stolz diese Person ihre Missgeburt ansieht. Jede anständige Frau würde sich schämen, den ´Bankert`der Welt zu zeigen. Na ja, wie ich schon immer sagte: Unkraut bekommt Unkraut.“

Lene war glücklich. Stella nuckelte zufrieden an ihrer Brust. Das zarte Kind hatte einen großen Lebenshunger, das spürte Lene und streichelte Stella über das flaumige Haar.

Weh, tat nur der Gedanke an Martin. Martin, der letzten Sommer auf einem Feld in der Nähe vom Blitz erschlagen wurde. Er wusste damals noch nicht einmal, dass er Vater werden würde. Keiner ahnte wie sehr sie sich liebten, keiner bemerkte das sie sich heimlich trafen. Er wollte zwar bald mit seinen Eltern darüber sprechen, dann war es aber zu spät. Zu spät für ihn und für sie.

Sie war eine junge Frau, die mehr schlecht als recht vom Verkauf ihrer selbst gezogenen Kräuter und Gemüse leben konnte. Ihre Eltern waren im vorletzten Winter gestorben und hatten ihr das kleine Häuschen in dem sie wohnte und den wundervollen Garten hinterlassen. Martin dagegen war der Sohn des Apothekerehepaars im nächsten größeren Ort. Er war die große Hoffnung seiner Eltern und sein Tod war ein großes Unglück für die beiden. Martin war ihr einziges Kind. Als Lene bemerkte, dass sie von Martin ein Kind bekommen würde, war sie sich sicher, dass ihr niemand glauben würde, dass Martin der Vater wäre. Deshalb sprach sie nie mit Niemanden über Stellas Vater.

Stella, so klein und zierlich sie auch war, gab ihr ein Stück Martin zurück. Sie würde es auch allein schaffen. Auf die Hilfe der Nachbarn brauchte sie nicht zu hoffen. Sie selbst war seit ihrer Geburt in dieser Dorfgemeinschaft nur geduldet. Man ließ sie leben.

Stella überlebte, trotz Unkenrufen und abschätzender Blicke. Im Gegenteil, sie strotzte nur so vor Gesundheit. Keine Krankheit schien stark genug, ihr irgendetwas anhaben zu können. Zwar war sie immer noch kleiner als ihre Altersgenossen in der Nachbarschaft, aber stur weigerte sie sich kränklich oder schwächlich zu sein. Lene beobachtete stolz, wie ihre Tochter kraftvoll und zäh durchs Leben schritt. Sie hatten beide nicht viel zum Leben, trotzdem glänzte Stellas Haar stets frisch und ihre Haut war ohne Makel. Stellas helle Augen strahlten wie Sterne. Diese Augen, die keineswegs blind waren, waren den Nachbarn unheimlich und immer ein Grund für seltsame Mutmaßungen. Aber auch diese prallten an Stella ab.

Es war ein besonders heißer Sommer, alle stöhnten unter der Hitze, die kein Ende zu nehmen schien. Die Körner auf dem Feld verbrannten in den Ähren. In den Gärten verdorrte das Gemüse und wenn nicht bald Regen käme, würde den Dorfbewohnern ein schwerer und karger Winter bevorstehen. Einzig der Garten von Lene und Stella, die schon 15 Jahre zählte, schien die Hitze besser zu vertagen. In der Nachbarschaft wurden deshalb die bösen und misstrauischen Stimmen immer lauter.

„Wie kann das sein?“, fragte die Nachbarin ihre Nachbarin: „Bei uns verglüht die Ernte und bei denen,“, sie wies mit dem Kinn auf Lenes Haus: „bei denen, in diesem ungepflegten Garten, wo alles überwuchert ist, scheint es trotz dieser Hitze reiche Ernte zu geben. Jeden Tag haben sie frisches Grün auf dem Tisch. Ich habe es genau gesehen. Ich sage dir, das geht nicht mit rechten Dingen zu.“ Die Nachbarin nickte: „Annemarie, du weißt doch, dass keiner je erfahren hat, wer Stellas Vater ist. Ich glaube langsam, der Teufel hat da seine Hand im Spiel. Wir sollten auf der Hut sein. Das kann nur Unglück bringen.  Ich sage dir, schon längst hätten wir sie vertreiben sollen.“.  Annemarie schüttelte den Kopf und beschwichtigte ihre aufgeregte Freundin: „Ich kann nicht glauben, dass sie etwas mit dem Wetter zu tun haben. Ich meine, ich mag sie nicht besonders und diese Stella ist unheimlich, aber sind wir doch mal ehrlich, sie haben noch nie jemanden wirklich geschadet. Im Gegenteil, letzten Winter, du erinnerst dich vielleicht, als ich diese schwere Erkältung hatte, jeden Tag brachte mir Lene einen Tee gegen meinen schlimmen Husten und der hat geholfen ihn zu vertreiben.“. „Alles Berechnung!“, beharrte Luise hartnäckig: „Du bist zu leichtgläubig.“

Zur selben Zeit fuhr die Kutsche des Apothekerehepaars Vogel durchs Dorf. Der Apotheker wollte mit seiner Frau wieder einmal in die nächste Stadt zu einem ärztlichen Spezialisten fahren. Die Apothekerin war seit langer Zeit geschwächt und keiner fand den Grund dafür. Angefangen hatte ihr Leiden mit dem Tod ihres Sohnes, den sie nie verarbeitet hatte. Ihre Trauer war nach all den Jahren noch groß. Nichts schien ihr helfen zu können. Sämtliche Pillen und Mittelchen versagen ihren Dienst.

Die Kutsche polterte über den ausgetrockneten Weg und als sie gerade an Lenes Haus vorüber fuhr blieb das Rad in einer Furche stecken und brach. Stella, die gerade im Garten Wildkräuter sammelte, hob erschrocken den Kopf. Sie stellte ihren Sammelkorb ab und rannte flink zur Kutsche. Das Ehepaar stieg aus und besah sich den Schaden. „Kann ich helfen?“, fragte Stella höflich.  Herr Vogel bemerkte Stella und was er sah gefiel ihm sehr: „Ich muss mich um einen Handwerker kümmern, der uns helfen kann. Meine Frau verträgt die Sonne nicht. Es wäre sehr freundlich von dir, wenn sie in eurem Haus auf mich warten könnte.“ „Selbstverständlich, sehr gerne. Frau Vogel, wollen sie mit mir kommen?“, wandte sich Stella an die erschöpft wirkende Frau, die Stellas Hilfe nur zu gerne in Anspruch nahm. Das Mädchen half ihr ins Haus.

Müde setzte sich Frau Vogel an den einfachen hölzernen Küchentisch. Stella stellte ihr ein Glas Wasser auf den Tisch, das die Apothekerin dankbar annahm und durstig austrank. „Ich muss noch einmal in den Garten gehen und die Kräuter für das Mittagessen holen. Darf ich sie zum Essen einladen? Es gibt nichts Besonderes, nur Kartoffeln und Kräuterquark. Aber es reicht für uns alle.“, erklärte Stella. Die Besucherin sah sich in der ärmlichen, aber trotzdem gemütlichen Behausung um. Hier wirkte alles so warm und freundlich. Eine solche Einladung abzuschlagen wäre unhöflich gewesen, egal wie arm der Gastgeber war. Deshalb sagte sie: „Danke, mein Kind, ich esse sehr gerne mit euch.“

Stella pflückte die Kräuter im Garten, kam zurück und stellte den Korb auf den Tisch. Der Korb war voll mit einem zarten, knackigen Kraut. Neugierig nahm die Apothekerin ein Pflänzchen in die Hand und betrachtete es interessiert. Es hatte kleine Blätter, die stets gegenüber wuchsen. Immer zwei gegenüber an einen lagen, dünnen Stängel. Die winzigen, weißen Blüten sahen aus wie Sterne. Die Pflanze wirkte, selbst bei dieser Hitze, frisch und knackig. Frau Vogel hatte sie schon öfters gesehen, wäre aber nie auf den Gedanken gekommen, sie zu sammeln, oder zu essen. „Was hast du da gesammelt? Kann man das wirklich essen?“, wollte sie von Stella wissen.

Das Mädchen lachte: „Das ist die Vogelmiere. Ein Unkraut, dass eigentlich überall wächst. Es wird nur meist ausgerissen und weggeworfen. Wir essen es lieber auf aber lassen immer genug auf den Beeten stehen. Vogelmiere ist sehr gesund und kraftvoll. Außerdem hält es die Feuchtigkeit länger in den Beeten, weil die Sonne dann weniger leicht die Erde austrocknen kann.“. Frau Vogel wunderte sich: „Du bist dir sicher, dass man das essen kann?“. „Ja,“, antwortete Stella: „es schmeckt auch lecker. Probieren sie mal!“. Vorsichtig biss die Frau in ein kleines Blatt und lächelte: „Tatsächlich, es erinnert mich ein wenig an jungen Mais. Was machst du jetzt damit?“.  „Ich gebe es mit den anderen Kräutern in den Quark. Aber wir verfeinern damit auch viele andere Speisen.“, erklärte Stella.

Das Mädchen war gerade dabei die Kräuter für den Quark klein zu schneiden, als die Tür aufging und Lene in die Küche trat.. Wie angewurzelt blieb sie stehen und starrte fassungslos die Besucherin an, hatte sich aber schnell wieder unter Kontrolle. „Frau Vogel, das ist aber eine Überraschung. Was verschafft uns die Ehre ihres Besuchs.“ wandte sie sich überrascht an die Apothekerin. „Unsere Kutsche hatte direkt vor ihrem Haus einen Radbruch und ihre nette Tochter hat mich herein gebeten und zum Essen eingeladen. Ich hoffe, das geht in Ordnung und ich störe sie nicht.“ antwortete Frau Vogel.  Lene lächelte: „Nein, ich freu‘ mich. Sie sind uns herzlich willkommen.“.

Bald saßen die drei Frauen zusammen beim Essen und waren in eine lebhafte Unterhaltung vertieft. Frau Vogel war eine sehr nette Frau und sie spürte, dass es ihr in diesem einfachen Haus, so gut, wie seit langen nicht mehr, ging. Das schlichte Mahl schmeckte ihr und ihre alte Kraft kehrte ein wenig zurück. „Das sind wirklich zwei außergewöhnliche und liebenswerte Menschen. Sie teilen das wenige, das sie haben ohne zu zögern mit einer wildfremden Frau.“, dachte sie: „Das Mädchen erinnert mich an meinen Martin. Er war auch so freundlich und offen gewesen.“ Der Gedanke an seinen viel zu frühen Tod ließ ihr Tränen in die Augen steigen. Lene bemerkte es, drückte der älteren Frau beruhigend die Hand und sah sie nachdenklich an.

„Ich dachte eben an meinen verstorbenen Sohn. Ihre Tochter erinnert mich an ihn. Sie scheint seinem Wesen so ähnlich zu sein. Selbst ihr Lächeln und die Art wie sie ihr Haar aus der Stirn streift ist das Selbe.“, erklärte Frau Vogel Lene. „Auch ich vermisse Martin immer noch sehr, aber durch Stella ist er immer bei mir. Sie haben Recht, vieles an ihr gleicht ihm.“, sagte Lene schlicht.

Die Apothekerin starrte Lene an, blickte auf die verwunderte Stella und begriff.

„Warum?“, fragte sie. „Wer hätte mir geglaubt? Sehen sie sich doch hier um.“, meinte Lene „Von was redet ihr? Ich verstehe kein Wort.“ wollte Stella wissen, „Mama, Martin hieß doch Papa, oder?“ Frau Vogel sah Stella an: „Ich glaube ich bin deine Großmutter. Martin war mein Sohn.“ Lene nickte und Frau Vogel stand langsam auf , Tränen perlten ihr die Wangen herab und sie umarmte die staunende Stella liebevoll.

Sie weinte vor Glück und auch Lene und Stella konnten ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.

Es gab viel zu erzählen und zu erklären. Die Zeit verging, wie so oft, wenn man glücklich ist, sehr schnell und plötzlich stand der Apotheker im Raum. Die Frauen waren so in ihr Gespräch vertieft gewesen, dass sei sein Klopfen nicht gehört hatten. Verwundert betrachtete er die Frauen. Er glaubte seine Frau nicht mehr zu erkennen. Sie strahlte vor Glück und streichelte die Hand des jungen Mädchens, hielt sie fest als wolle sie sie nie mehr loslassen. „Ähm.“, räusperte er sich. Frau Vogel sah auf: „Peter,“, rief sie: „gut das du da bist. Du ahnst nicht, was ich gerade erfahren habe. Schau dir Stella mal genauer an.“ Herr Vogel betrachtete die lächelnde Stella, sie kam ihn irgendwie bekannt vor und plötzlich, als sich Stella, unbewusst eine Strähne ihrer Haare aus dem Gesicht strich, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Stella hatte nicht nur Ähnlichkeit mit seinem Sohn, sondern er erkannte auch Züge seiner Frau in ihren jungen Jahren in ihr.  „Martin!“, murmelte er fassungslos. „Ja,“, lachte Frau Vogel: „Peter, das ist unsere Enkeltochter. Wir haben eine Enkeltochter. Das ist das schönste Geschenk meines Lebens. Zu wissen, dass Martin, uns nicht ganz verlassen hat.“ „Darf ich dich in den Arm nehmen?“ fragte der ältere Mann das Mädchen. Stella sprang auf und fiel ihren Großvater um den Hals.

„Ich habe es ja immer gewusst.“, sage die Nachbarin. „Stellas Vater musste jemand besonderes sein. Habe ich das nicht immer gesagt? Das sah man doch an diesen strahlenden Augen und der zarten Erscheinung. Ich hab es ja gesagt, stimmts?“

„Ja, ja!“, antwortete die Nachbarin.

Ergänzung

Wie Stella ist auch die Vogelmiere – Stellaria media ein zartes, frisches Geschöpf mit einer unverwüstlichen Lebensenergie. Wenig bewusst beachtet wird sie meist als Unkraut aus den Beeten im Garten entfernt. Dabei ist dieses unscheinbare Kräutlein ein wahrer Riese.

Ein einziges Pflänzchen bildet pro Jahr zwischen 10 000 und 20 000 Samen. Eine beachtliche Leistung, oder? Die Samen überleben bis zu 60 Jahren in der Erde und keimen schon bei geringen Temperaturen unter der Schneedecke. Zunehmend entwickelt die Vogelmiere auch eine Resistenz gegen Herbizide. Mit Trockenheit kommt sie meist besser zurecht als viele andere Kräuter, denn sie versorgt sich nicht nur über ihr Wurzelwerk mit Wasser, sondern holt sich das kostbare Gut auch mit Hilfe der feinen Häärchen am Stängel.

Auch die Inhaltsstoffe haben es in sich. Kupfer, Eisen, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor, Vitamin C, Provitamin A, Kieselsäure, Saponine sind nur Beispiele für ihre „Innere Vielfalt“.

Wer sie bei sich im Garten entdeckt kann sich glücklich schätzen und sollte sie nicht als Unkraut, was immer das auch sein soll, ausrotten. Die Vogelmiere ist eine Pionierpflanze und hilft die Bodenqualität zu verbessern. Sie schützt den Boden vor Austrocknung und starken Regengüssen. Ihre Samen sind eine gehaltvolle Futterquelle für kleine Vögel und der Nektar der kleinen, weißen Blüten ernährt kurzrüsslige Insekten.

Ich liebe es mit der Vogelmiere meinen Salat, den Quark, die Kräuterbutter, die Suppe… geschmacklich und gesund zu bereichern. Apropos Geschmack, der erinnert an jungen Mais. Probiert sie mal selbst.

Auch in der Heilkunde ist die Vogelmiere wirksam. So empfahl Pfarrer Sebastian Kneipp sie als „Lungenkraut“. Hier wirkt sie schleimlösend und erleichtert das Husten. Die Vogelmiere regt die Verdauung und den Stoffwechsel an. So ist es nicht verwunderlich, dass sie eine reinigende und positive Wirkung auf unseren Körper hat. Nieren- und Blasenbeschwerden, Rheuma und Hautprobleme sind hier nur ein Beispiel ihrer Wirkungsbreite. Nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich wird sie in der Naturheilkunde, bei verschiedenen Hauterkrankungen als Salbe oder mit Umschlägen verwendet, z.B. bei Ekzemen und Psoriasis (hier verwendet man am Besten den frischen Presssaft). Die Salbe soll auch bei Hämorrhoiden helfen.

Außerdem soll die Salbe „den Teufel austreiben“. Da sag ich nur: „Zum Teufel mit den Hämorrhoiden!“ 😉

Ich staune immer wieder, welche Kraft und Energie in den oft so wenig beachteten Dingen steckt. Egal ob Kräuter, Tiere, Menschen oder auch nur kleine Augenblicke, kleine Momente, sie sind oft so unendlich wertvoll.

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